Arbeitsproben 


Moderation der Heidelberg Historic 2017


Pressemappenerstellung für Rennfahrer Tobias Dauenhauer

Neues Titelblatt

Nachdem Tobias Dauenhauer vom Kartsport in den Tourenwagensport gewechselt hat, wurden wir mit der Aktualisierung der Pressemappe beauftragt. Die Wahl ist auf folgendes Design (rechts) gefallen.


Neue Seite

Passend zur neuen Herausforderung haben wir zudem ein Informationsblatt zur neuen Rennserie in die Pressemappe eingefügt. 



SPORT FÜR SPIESSER


Kompaktlimo ist gleich superseriös? Nicht unbedingt. Denn obwohl der Audi S3 in der Stufenheckvariante auf den ersten Blick ziemlich bieder und ultrakultiviert aussieht, steckt unter der Haube doch ein echtes Kraftpaket. Ob der S3 als Sportwagen durchgeht und das „S“ zu Recht im Namen trägt, klärt unser Fahrbericht. 

 

Er ist eine Ausgeburt der Steilheckversion. Wie viele andere Hersteller auch setzt Audi in der Kompaktklasse bereits seit geraumer Zeit auf einen Kofferraumbürzel. So auch bei der A3-Limousine. Nebst Mercedes A- und CLA-Klasse sowie 1er- und 2er-BMW folgt also auch das Ingolstädter Modell dem Trend, eine coupéartige Form mit uneingeschränkter Alltagstauglichkeit zu verbinden. Dabei ist gerade diese Art von Fahrzeug doch ein absoluter Traum für sportlich Ambitionierte, oder? Krawalliger Sportwagen lässt sich mit den Tugenden eines komfortablen Reisefahrzeuges verbinden. Also einer für alle Fälle? Mal sehen …

 

Eines vorneweg: Markenfremden Beobachtern werden die Unterschiede des S3 zu seinen zivileren Brüdern weit weniger auffallen, als es vielleicht bei fetzigeren Konkurrenzmodellen der Fall sein dürfte: eine dezente Lippe auf dem Kofferraumdeckel, ebensolche Schweller und Seitenschürzen, eine vierflutige Auspuffanlage, die sich harmonisch in die Heckpartie einschmiegt, sowie eine optisch recht normal wirkende Bremsanlage mit S3-Emblem. Ehrlich gesagt qualifiziert ihn das noch lange nicht zu einem Hingucker, geschweige denn zu einem Sportwagen. Das dürfte aber auch der „mausgrauen“, aufpreispflichtigen Lackierung „Daytonagrau Perleffekt“ geschuldet sein – wie wäre es da vielleicht mit „Tangorot“? Die Welt sähe so unter Umständen gleich anders aus. Nichtsdestotrotz dürfte das Understatement, welches der Audi an den Tag legt, auch dem Fahrer nicht verborgen bleiben: An Traktion mangelt es dank quattro-Antrieb in keiner Lebenslage, aber egal wie, bei diesem Audi ist es – auch im Sportmodus (dank drive select) – eben der Hang zum Untersteuern, der zum Beispiel einen Mercedes CLA fahrdynamisch etwas sportlicher dreinblicken lässt. Meckern auf hohem Niveau vielleicht, aber gerade im Grenzbereich des um zehn PS auf 310 PS erstarkten Facelifts bekommt man schnell den Eindruck, der S3 sei permanent im dynamischen Spagat zwischen Kurvenräuber und komfortabler Limousine unterwegs. Hinzu kommt das recht hohe Leergewicht von mindestens 1,5 Tonnen, wenn auch inklusive Fahrer (68 Kilogramm), Gepäck (sieben Kilogramm) und zu 90 Prozent gefüllten Kraftstoffbehälters – kein Scherz, sondern nach EG-Richtlinie bemessen. Sonderausstattungen können das Gewicht zusätzlich in die Höhe treiben (Anm. der Redaktion: siehe Audi-Webseite). Davon hatte unser Proband mehr als genug. 

 

Die Aufpreisliste ist lang …

 

Audi-Design-Selection-Paket in der Farbe „Expressrot“ für Sitze und Belüftungsgitter, Audi Magnetic Ride, Bang-&-Olufsen-Soundsystem, MMI-Navigation. Die größte Neuerung ist das für 310 Euro optional erhältliche „virtual cockpit“. Damit bekommt der Fahrer alle Information zum Fahrzeug auf einem 12,3-Zoll-Farbdisplay serviert. Ob das überflüssig oder cool ist, muss jeder selbst entscheiden. Fakt ist: So innovativ und modern geht es nirgendwo anders zu. Auch wenn der S3 von Haus aus edel und top verarbeitet zum Kunden rollt, lässt sich die Limousine durch die oben genannten Extras noch weiter versüßen. Voraussetzung ist, dass die Finanzen das zulassen. Allein IN-A-3154 hat Extras im Wert von über 15.000 Euro an Bord – von denen einige wirklich fantastisch sind. Dazu zählen die LED-Vollscheinwerfer oder das dynamische Blinklicht. Und trotzdem: Extrakosten für Dinge wie einen Tempomaten (300 Euro für „Geschwindigkeitsregelanlage“) müssen nun wirklich nicht sein. Hinzu kommt die öde Haptik der Kunststoffschaltwippen am Lenkrad. Sie wird dem Premiumanspruch von Audi wirklich nicht gerecht und ist vor allem angesichts eines Grundpreises von 44.800 Euro kaum zu rechtfertigen. Viele Sonderausstattungen sind uns zudem gar nicht erst aufgefallen. Oder hättet ihr bemerkt, dass der Rückspiegel rahmenlos ist? Eben. Und knapp 60.000 Flocken für eine gut ausgestattete Kompaktlimousine sind dann halt doch eine ziemlich ordentliche Hausnummer. 

 

Ein Lückenfüller? 

 

310 PS und 380 Newtonmeter entwickelt der Zwei-Liter-Turbo-Vierzylinder, kurz 2.0 TFSI, der dem Golf R weitgehend ähnlich ist. Der Klang, den die Abgasanlage dem Triebwerk entlockt, ist sonor. Vor allem die Schaltvorgänge mit der sechsstufigen Sportautomatik „S tronic“ hören sich schön rotzig an. Das macht den S3 irgendwie ehrlich, vor allem in Anbetracht des (fast schon zu) kultivierten Deckmäntelchens. Wie ein gut erzogener Junge, der dennoch einfach er selbst sein möchte. Und auch mal lügt. Denn: Dem Resonanzrohr geschuldet, welches bis an die Spritzwand verlegt wurde, wird dem Fahrer vor allem im Innenraum ein sportlicherer, teils synthetischer Klang „vorgegaukelt“, als es nach außen hin in Wahrheit der Fall ist. Aber lassen wir die Kirche mal im Dorf: Denn für einen Allrounder, der der S3 nun einmal ist, geht die Klangkulisse vollkommen in Ordnung. Tuning-Begeisterte dürfen sich ohnehin auf dem Zubehörmarkt umgucken. Womit wir wieder beim Spagat wären. 5,3 Sekunden von Tempo null auf 100 klingen nämlich wirklich nach Sport. Und fühlen sich auch so an. Die Längsdynamik und die Elastizität lassen trotz des hohen Eigengewichts keine Wünsche offen, in Sachen Querdynamik ist der S3 aber dennoch kein Wunderkind. Er versucht, einer für alle zu sein, und konzentriert sich zumeist auf das Alltägliche: Fahrkomfort, Platzangebot und sogar Effizienz sind für den vermutlich gut betuchten Käuferkreis einer S3-Limousine eben nicht von der Hand zu weisen. Da kann auch der durchschnittliche Testverbrauch von 9,1 Litern (Anm. d. Redaktion: 2,1 Liter über der Werksangabe) plötzlich zum Streitthema werden. Macht aber gar nichts. Denn um etwa einem CLA 45 AMG auf Augenhöhe zu begegnen, haben die Ingolstädter ja noch ein anderes Ass im Ärmel: die RS3-Limousine mit 400 PS, die es hoffentlich bald auch in Deutschland geben wird und die die Rolle des Sportlers übernehmen dürfte. Bis dahin bleibt der S3 zwar das Topmodell der Baureihe, als reinrassiger Sportwagen geht er aber nicht durch. So oder so bleibt der S3 ein Kompromiss aus Frechdachs und gut erzogenem Jungen. Eben ein Weggefährte aus gutem Hause, der durchaus für Spaß zu haben ist.

„Ein Auto für jedermann, wäre da nur nicht der hohe Grundpreis von 44.800 Euro“

 

Fazit von Joshua Hildebrand: Der Audi S3 versteht sich als Allrounder. Er verbindet technische Innovationen mit minimalistischem, teils biederem Design und bietet fast so viel Platz und Komfort wie ein A4. Fahrdynamisch befindet sich der S3 stets im Spagat. Auf der einen Seite sind da die knackigen 310 PS, die für ordentlichen Vortrieb sorgen und wirklich nach Sport klingen. Auf der anderen Seite findet sich der narrensichere Allradantrieb, der eher untersteuernd ausgelegt ist. Querdynamisch gibt es sicherlich bessere, optisch zweifellos krawalligere Fahrzeuge. Allerdings kaum welche, die auf derart routinierte Art und Weise Sport mit Kultiviertheit verbinden. 

 



ADAC Sportfahrerehrung 2017

Moderation / Impressionen


Pressemappe für Tobias Dauenhauer 2016/2017


Ich glaub' mich knutscht ein Elch ...



ADAC Kart Masters: Zweiter Titel in Folge für Tobias Dauenhauer

· Wechselhaftes Finale im Pro Kart Raceland Wackersdorf

· Titelverteidigung mit 30 Punkten Vorsprung geglückt

 

Tobias Dauenhauer gibt weiterhin Vollgas. Nach dem Gesamtsieg beim Rennen des ADAC Kart Cup Anfang September reiste der hessische Motorsport-Profi am vergangenen Wochenende zum Showdown der ADAC Kart Masters erneut ins oberpfälzische Prokart Raceland. Bereits 2015 holte sich der Förderpilot der ADAC Stiftung Sport und des ADAC Hessen Thueringen genau dort den ersten Titel in der Klasse der X30 Senioren. Ein Jahr später hat sich das Märchen von Wackersdorf wiederholt ...

 

Petrus schien am Samstag jedoch nicht ganz so glücklich gestimmt und öffnete die Himmelspforten. Die regnerischen Qualifikationsläufe (Heats) konnten Dauenhauer jedoch nicht davon abhalten, auf Angriff zu fahren. Mit Resultat aus dem Qualifying startete der Mörlenbacher jeweils von Rang fünf in die Sprintrennen, arbeitete sich sukzessive nach vorne und fuhr auf die Plätze zwei und drei. Unter Berücksichtigung der Gaststarter wurde Dauenhauer als schnellster Meisterschaftsfahrer gewertet und sicherte sich zur Belohnung die ersten zehn Punkte für den Titel 2016: „Damit hatte ich die perfekten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Saisonfinale geschaffen und die Weichen für die Titelverteidigung gestellt“, resümiert der AK-Racing-Pilot nach dem Wochenende.

 

„Das erste Rennen am Sonntag Morgen war gar nicht so einfach. Durch das unbeständige Wetter wurde schon die Reifenwahl zum Poker. Wir entschieden uns wie die meisten Piloten für Regenreifen und haben alles richtig gemacht“, erinnert sich der Kartfahrer. Das Ergebnis der Heats (inkl. Gasstarter) bedeutete Startposition drei für das erste Rennen. Nach chaotischem Startgetümmel und dem Verlust zweier Plätze entspannte die Situation schnell wieder und der junge Motorsportler ging zum Angriff über. Er holte sich die verlorenen Positionen wieder zurück und konnte sich als Teil der Spitzengruppe vom Hauptfeld absetzen. Nach 18 Runden kam er schließlich als Dritter ins Ziel und wurde nachträglich durch die Disqualifikation eines Kontrahenten als Zweiter gewertet.

 

Das Finale schien zunächst im Trockenen stattzufinden, weshalb die Wahl des gesamten Starterfeldes auf Slicks fiel. Von Startplatz zwei hatte Dauenhauer eine gute Ausgangsposition, um den Spitzenreiter umgehend zu attackieren. Schon nach wenigen Metern schnappte sich der Intrepid-Pilot die Führung und machte Boden gut. Doch dann schwenkte das Wetter erneut um: Aus leichtem Nieselregen wurde bis Ende des Rennens ein handfester Schauer. Das erforderte viel Feingefühl der Fahrer und kam Dauenhauer entgegen. Der Odenwälder konnte sich mit den absolut schnellsten Rundenbestzeiten einen passablen Vorsprung erarbeiten, der bis zum Schwenk der Zielflagge über 3,3 Sekunden betrug. „Es wurde immer rutschiger, aber ich hatte mich so weit abgesetzt, dass ich etwas Gas wegnehmen und den Sieg kontrolliert nach Hause fahren konnte“, erklärt der Mörlenbacher.

 

Die Sache war geritzt. Mit den erfolgreichen Heats und den Finalläufen sicherte sich der Hesse weitere 55 Punkte für die Meisterschaftswertung. Damit war das Vorhaben Titelverteidigung in trockenen Tüchern und Dauenhauer zum zweiten Mal in Folge Meister bei den X30 Senioren der ADAC Kart Masters.

 

„Von Anfang an stand für mich die Titelverteidigung auf dem Plan – und jetzt bin ich überglücklich, dass wir es geschafft haben! Es ist lange her, dass jemand die Masters zwei Mal in Folge gewonnen hat. Danke an das Team von AK-Racing, Mechaniker Dominik Mayer sowie Dischner Motorsport. Außerdem möchten ich meine Eltern und allen Partner für die Unterstützung danken!“, so der frischgebackene Meister.

 

Für Dauenhauer ist die Kartsaison noch nicht vorbei. Anfang Oktober könnte schon der nächste Titel folgen, denn dann wird er als souveräner Führender beim Finale des ADAC Kart Cups an den Start gehen. Auch die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Le Mans ist Mitte nächsten Monat geplant.

 

www.tobias-dauenhauer.de


Moderation Heidelberg Historic 2016

Impressionen


ADAC TCR Weekend Oschersleben 2016


ADAC Kart Cup: Dauenhauer führt Siegesreihe fort

  • Doppelsieg auf dem Hunsrückring
  • Absolute Bestzeit in allen Läufen
  • Perfekte Vorbereitung für die Kart Masters in Ampfing

Der Kartprofi Tobias Dauenhauer hat erneut zugeschlagen. Nach der Maximalpunkzahl im Auftaktrennen der ADAC Kart Masters, Deutschlands stärkster Kartrennserie, und dem ersten Platz beim Großen Preis von Bopfingen, folgte am vergangenen Wochenende der nächste Triumph: der Doppelsieg beim ADAC Kart Cup im bayerischen Ampfing – damit hat der Hesse den Saisonauftakt perfektioniert und der Konkurrenz deutlich zu verstehen gegeben: „Ich bin in Topform!“

 

Schon im Zeittraining zeigte der ADAC Stiftung Sport-Pilot, was bei sommerlichen Temperaturen möglich war. Mit der schnellsten Zeit des Feldes (44,715 sek.) fuhr er bereits vor den Finalrennen allen davon und sicherte sich die Pole Position – und das bei über 30 Konkurrenten.

 

Auch im Halbfinalrennen stellte der AK Racing-Pilot sein Können eindrucksvoll unter Beweis. Der Start verlief gut, Dauenhauer konnte sofort Speed aufnehmen und seine Pole Position in die Führung ummünzen. Dabei erwies er sich gegenüber der starken Konkurrenz als äußerst schlagfertig und fuhr eine konstant saubere Linie. Ergebnis: Mit über 3,6 Sekunden Vorsprung brachte der 18-Jährige den ersten Sieg des Wochenendes nach Hause und sicherte sich zugleich die ersten 25 Punkte für das Meisterschaftskonto.

 

Das Finale verlief nicht weniger erfreulich. Resultierend aus dem Sieg im ersten Wertungslauf durfte der amtierende Kart Masters-Meister (X30 Senioren) auch im Finale von Position eins ins Rennen starten. Während des Rennens schien Dauenhauer sprichwörtlich den „Extra-Turbo“ zu zünden und legte in Sachen Rundenzeit noch eine Schippe drauf. Das beeindruckende Ergebnis: Wieder Schnellster (44,354 sek.) und schließlich der Sieg mit fast acht Sekunden Vorsprung.

 

„Mehr geht nicht. In jedem Lauf hatte ich die schnellste Rundenzeit und außerdem bekam ich die volle Punktzahl für beide Rennsiege. Ich bin überglücklich und freue mich, dass die Saison so gut verläuft. Wir haben auf Anhieb das richtige Setup für mein Kart gefunden und ich fühle mich sehr wohl damit“, so Dauenhauer nach der Siegerehrung. „Ich denke, ich habe mich perfekt für nächste Woche vorbereitet“, schiebt er hinterher und verweist auf das kommende Rennen der ADAC Kart Masters. Hier gilt es den Titel in der X30 Senioren zu verteidigen und an das erfolgreiche erste Rennwochenende anzuknüpfen, bei dem er mit 60 Zählern eindrucksvoll die Maximalpunktzahl einfuhr.

 

Mehr Informationen unter www.tobias-dauenhauer.de

 


Rotax Max Challenge Belgien 2016



Neue Pläne für die Saison 2016

Tobias Dauenhauer bleibt Förderpilot des ADAC / Einsatz im Tourenwagensport wird konkreter          

                 

Besser hätte das neue Jahr für Tobias Dauenhauer gar nicht anfangen können. Die guten Nachrichten: Der weitere Verbleib als Förderpilot in der ADAC Stiftung Sport und beim ADAC Hessen-Thüringen. Somit zählt der Mörlenbacher auch weiterhin zu Deutschlands besten Nachwuchsrennfahrern: „Ich bedanke mich für das Vertrauen und freue mich sehr, weiterhin diese Plattform nutzen und mein Netzwerk ausbauen zu können.“

 

Unter dem Motto „Wer als Motorsportler sein Arbeitsgerät gut kennt, der hat einen großen Vorteil“ nahm der amtierende Kart Masters-Meister zum Auftakt der Saison an einem Seminar der Stiftung Sport teil. Dabei hieß es Schulbank drücken: Im Fokus stand das Thema Fahrwerksabstimmung. Hierfür reiste Dauenhauer zum Motorsport-Experten „ZF Race Engineering“. Dort bekam der 18-Jährige einen zweitägigen Workshop und erhielt Einblicke in die Expertise von Dämpfern und Kupplungen.

 

„Ich plane den erneuten Einsatz bei den Kart Masters, um meinen Titel vom letzten Jahr zu verteidigen. Außerdem werde ich wieder am ADAC Kart Cup teilnehmen und bei der diesjährigen X30-Weltmeisterschaft im französischen Le Mans am Start sein“, teilte uns der Odenwälder auf Anfrage der Redaktion mit. Damit ist ein weiterer Einsatz im Team „AK Racing“ weitestgehend unter Dach und Fach, hieß es weiter.

 

Das Kapitel „Kart“ bleibt somit aktuell. Trotzdem wird der bereits seit letztem Jahr geplante Einsatz im Tourenwagensport immer konkreter. Einsatzort, Fahrzeug oder Team seien noch geheim, mindestens drei Rennen mit einem Procar-Fahrzeug sollen aber als Vorbereitung für den Komplettwechsel auf Automobil-Rundstreckensport im Jahr 2017 dienen. Sogar erste Tests auf dem Hockenheimring seien zu Beginn des Jahres „sehr vielversprechend“ verlaufen, wie uns der Veranstalter mitteilte. Dauenhauer gab uns zu verstehen: „Bevor wir uns einen Nachteil verschaffen, können wir erst sehr kurzfristig mit finalen Plänen an die Öffentlichkeit gehen“.

 

Eines ist jedoch sicher: Das erste Rennen findet vom 6. bis 8. Mai auf dem Hunsrückring in Hahn statt. Dort wird der Hesse im Rahmen der ADAC Kart Masters sein erstes Saisonrennen bestreiten. Aktuelle Infos gibt es auch auf Facebook.de unter „Tobias Dauenhauer“.

 


Black Devil

Schwarz, laut und sauschnell: Bei diesem Ford Focus RS von Flavio Ferreira Gomes scheint es mit dem Teufel zuzugehen. Böses Design und 360 PS versprechen höllischen Fahrspaß. Festhalten.

Ja, das waren noch Zeiten. Als Walter Röhrl Anfang der 70er Jahre mit einem Ford Capri RS sämtlichen Superstars der Rallyewelt das Fürchten lehrte. Als der Escort RS bis in die 80er die Rallye-WM dominierte. Und als der Sierra RS Cosworth in der Tourenwagen-WM 1987 den Weltmeister-Titel holte. Ja, alle Vorzeigesportler von Ford tragen ein „RS“ im Namen. Diese beiden Initialen standen schon immer bei den Kölnern für Vollgastradition. Gut hätten sie auch „Renn Sport“ bedeuten können, in Wahrheit aber stehen sie für „Rallye Sport“. Nie vergessen sind die Zeiten, als Ford vor allem auf unebenem Terrain dominierte. So sollen beide Buchstaben auch heute noch ungebrochene Sportlichkeit suggerieren und performanceorientierte Modelle von Ford kennzeichnen. Allzu viele gibt es ja nun nicht mehr. Denn in Zeiten von „EcoBoost“ und „EcoNetic“ gehört Ford schon lange nicht mehr zur allerersten Wahl sportlicher Fahrer. Trotzdem hält der Focus „RS“ die Krone unbeirrt nach oben – und das stärker denn je: Denn gerade erst wurde der neuen Focus RS auf der IAA vorgestellt – als stärkster Focus aller Zeiten. Damit haben Sie allerdings die Rechnung ohne Flavio Ferreira Gomes gemacht...

 

55 PS mehr als die Serie

 

Als ob der „normale“ Focus RS nicht schon genug wäre, setzt 26-Jährige aus Mauren im Fürstemtum Liechtenstein nochmal eine Schippe drauf: Neben Vergaser und Ansaugkrümmer wurde auch das Kraftstoff- sowie Kühlsystem seines Ford Focus RS überarbeitet. Genauer gesagt bedeutet das eine 70 mm Drosselklappe, eine Ansaugbrücke von AS Performance, eine leistungsstärker Benzinpumpe von Deatschwert und 650cc Bosch-Einspritzdüsen. Beim Kühlsystem vertraut Flavio einer größeren Hardpipe, einer Airbox von GGR samt Alu-Saugrohr und einem größerem Airtec-Ladeluftkühler vom RS500. Damit soll selbst bei extrem hohen Außentemperaturen die Leistungsfähigkeit gesichert werden. Zusammen mit dem Auspuffsystem bekommt dieser RS nicht nur einen großen Leistungszuwachs sondern klingt so betörend, dass man sich fragen muss, warum Flavio überhaupt etwas am Soundsystem verändert hat – dazu aber später mehr. Die Downpipe samt 200 Zellen Kat, Mittelschalldämpfer von Miltek und Endschalldämpfer von Ragazzon verstärkt das ohnehin kernig Symposium aus Wastegate- und Ansauggeräuschen nochmals um ein Vielfaches. Durch den „Sound Composer“, eine Art Rohr mit Membran, werden die Motorgeräusche gezielt in den Innenraum geleitet. Damit lässt der turboaufgeladene 5-Zylinder die Insassen so intensiv an seiner Arbeit teilhaben, dass man meinen könnte, man befände sich mitten in einer Rallye-Wertungsprüfung. Unterm Strich werkeln nun sage und schreibe 360 PS unter der Haube – damit ist er stärker als der neue RS.

 

Teuflische Optik

 

Getreu dem Motto „Black Devil“ hat Flavio seinen Sport-Ford in seidenglänzendem Mattschwarz foliert und das „teuflische“ Aussehen mit roten Akzenten unterstrichen. Zusätzlich lackierte er die Spiegelabdeckungen, Türverkleidungen, Dachleisten und die Wischerabdeckung in glänzendem Schwarz. Um einen noch böseren Blick zu erzeugen, ließ er außerdem die Motorhaube verlängern. Dann entfernte er die Markenembleme sowie den Heckscheibenwischer. Doch woher kommt die Idee mit dem „Black Devil eigentlich? „Entstanden ist das Konzept als ich den Motorraum veredeln wollte. Eine Lackierung in Schwarz und Rot war mir zu langweilig, deshalb überlegte ich, was ich noch verändern könnte. Nach einigem Brainstorming kam ich zu dem Entschluss, dass ein Airbrush-Motiv her musste. Eine Kollegin aus meinem Club nannte mein Auto aufgrund des bösen Blicks immer „Black Devil“. Das fand ich dann so gut, dass das teuflische Konzept geboren wurde“, erklärt uns der Chauffeur. So wurde der Motorraum anschließend in Rot mit Teufel-Motiv geairbrusht. Einziges, nachgerüstetes Anbauteil an Flavios Schmuckstück ist übrigens die rote Schwertlippe von Triple-R an der Frontschürze. Neben den schwarz lackierten Scheinwerfern mit roter Linse, roten Schriftzügen und Bremssätteln ist die schwarze Folie das Haupterkennungszeichen des Sportwagens. Selbst die großzügigen Seductor-Räder von Sex Wheels (ja, so heißen die wirklich) in 8,5 x 19 vorne und 9,5 x 19 hinten sind bewusst, „Black Devil“-typisch, in schwarz gehalten.

 

Ford-geschritten

 

Auch im Innenraum hat der 26-Jährige Hand angelegt und das Konzept fortgeführt. Die ehemals blauen Recaro Sportster CS-Sitze wurden mit schwarzem Alcantara veredelt und die Rückseiten im Engel und Teufel-Motiv geairbrusht. Klar, dass der Engel nur Platz auf dem Beifahrersitz nehmen darf, denn Vernunft dürfte auf dem Fahrersitz mit Blick auf das Gaspedal ein seltenes Gut sein. Die Mittelkonsole mit Airbrush und ein paar rot lackierte Chromteile, individualisieren den Innenraum. Ansonsten herrscht nüchterne Sportlichkeit à la Ford. Zudem wäre da noch das vorhin angesprochene Soundsystem mit einem 1000 Watt-Verstärker von Crunch und zwei Subwoofern mit jeweils 300 Watt RMS. Das klingt nett, bräuchte aber bei diesem Motorspund kein Mensch. Im Ernst. Dieses Auto ist eine Fahrmaschine vor dem Herrn. Wer da auf irgendwelche Airbrushs guckt oder dem Soundsystem lauscht, der hat definitiv etwas nicht verstanden. Zweifelsohne ist dieses Auto nur etwas für Autonarren. Nicht nur die Leistung stimmt, auch in Sachen Fahrwerk kann sich Flavios zweites Projekt sehen und auch fahren lassen. Ein V1-Gewindefahrwerk von H&R senkt den RS vorne um 40 und hinten um 35 mm ab. Somit  macht die Kurvenhatz jetzt noch mehr Spaß – wenn das überhaupt noch geht. Und falls einem doch mal die Straße ausgehen sollte, dann stoppt die neue K-Sport Bremsanlage vorne mit 8 Kolben, geschlitzten Bremsscheiben sowie Stahlflexleitungen jeden Übermut.

 

Flavios Straßenfeger ist ein absoluter Hingucker. Aus dem Serien-RS hat er einen teuflischen Überflieger im „Black Devil“-Look geschaffen. Dabei ist für den Liechtensteiner noch lange nicht Schluss: „Natürlich habe ich noch nicht genug!“ Es folgen auf jeden Fall noch weitere Veränderungen. Zum Beispiel noch mehr Leistung, ein Luftfahrwerk und Kleinigkeiten, die den WOW-Effekt noch verstärken sollen“, erklärt uns Flavio. Wir bleiben dran!

 

www.tuning-magazin.de 

 



Dauenhauer neuer Förderpilot der ADAC Stiftung Sport

Einstieg in die Tourenwagenserie ADAC TCR Germany 2016 geplant

 

2015 war die bis dato erfolgreichste Saison für den 18-Jährigen Kartprofi Tobias Dauenhauer. Der Mörlenbacher holte sich nicht nur den Titel in der ADAC Kart Masters, der teilnehmerstärksten Kartrennserie Deutschlands, sondern entschied auch den ADAC Kart Cup für sich.

 

Dieser Erfolg war die Eintrittskarte zur ADAC Stiftung Sport, dem Förderprogramm für talentierte Nachwuchsmotorsportler des zweitgrößten Automobilclubs der Welt. Das wurde Ende November auf der Essen Motorshow offiziell bekannt gegeben. Dauenhauer konnte nicht nur Ralf Schumacher und Hans Joachim Stuck, ebenfalls Mitglieder der Stiftung, von sich überzeugen sondern wurde vom gesamten Stiftungsrat zu einem der 32 talentiertesten Nachwuchsmotorsportler 2016 gewählt. Der Vorsitzende der ADAC Stiftung Sport, Dr. Erhard Oehm, zeigte sich sichtlich zufrieden: „Wir sind uns sicher, erneut eine gute Auswahl an Talenten getroffen zu haben".  

 

Auch der Youngster war nach der Präsentation überglücklich: „Ich freue mich sehr, von den Möglichkeiten dieses tollen Förderprogrammes profitieren zu können. Einer von nur 32 Piloten in diesem Jahr zu sein, die so unterstützt werden, ist etwas ganz Besonderes! Danke an den Stiftungsrat, ich werde mein Bestes geben!“

In der kommenden Saison 2016 wird Dauenhauer aller Voraussicht nach Neuland betreten, denn er plant den Einsatz in der neu gegründeten Tourenwagenserie ADAC TCR Germany. Somit würde er nach einigen Formel-Testrunden seinen Einstieg in den Automobilrennsport feiern. Die ersten Testläufe sind für die kommenden Wochen bereits geplant: „Zwar stecken wir noch mitten in den Verhandlungen, aber ich kann es kaum abwarten, in einem der neuen Fahrzeuge zu sitzen. Das wird ein Meilenstein in meiner Rennfahrer-Karriere!“

 

Als Förderpilot der gemeinnützigen Stiftung reiht sich der Hesse in eine Reihe weltbekannter Rennfahrer ein: Darunter befinden sich u. a. der neue DTM-Champion Pascal Wehrlein und sein Vorgänger Marco Wittmann. Auch wurden der viermalige Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel oder Le-Mans-Sieger Nico Hülkenberg von der ADAC Stiftung Sport begleitet. Schwerpunkt der Förderung werden fahrzeugspezifische Themen, der Umgang mit Medien, Mentaltraining, Ernährungsplanung sowie Trainings- und Karriereplanung sein.

 

www.tobias-dauenhauer.de

 


Lust auf Cappuccino?

veröffentlicht in der "VW SPEED" Ausgabe 6/15

Christian Jürgen liebt es, Autos umzubauen. Nachdem er von einer Bekannten einen originalen Golf 1 Cabriolet angeboten bekam, musste er zuschlagen. Erst folgten kleinere Umbauten, dann wurde der Cappuccino-Golf zum absoluten Showcar...

 

Eines vorweg: Dieses Auto hat nicht nur thematisch mit Cappuccino zu tun, es heißt auch so.  Denn nachdem das Fahrzeug fertiggestellt wurde, gab man Christian aufgrund des Cabrios den Spitznamen „Cappo“ – deshalb hat er sein Auto „Cappuccino“ getauft. Aber der Reihe nach: Alles begann mit einer Facebook-Nachricht. Eine Bekannte von Christian bot ihm ihren alten Golf 1 Cabriolet im Originalzustand für schlappe 1.500 € an. Der Mitterndorfer (Österreich) hatte schon lange Interesse am Ur-Golf, konnte deshalb nicht widerstehen. Große Umbauten waren zunächst nicht geplant. So bestellte sich Christian zunächst nur neue Scheinwerfer, Blinker und diverse Kleinteile: „Erst wolle ich das Auto im Originalzustand belassen, dann veränderte ich ein paar kleine Dinge und letztendlich merkte ich, dass ich noch mehr wollte. Die Leidenschaft Autos umzubauen, hat dominiert“, erzählt uns der Außendienstmitarbeiter. Dabei ging das Projekt des heutigen Kaffee-Golfs erst in eine ganz andere Richtung – Christian erinnert sich: „Ich besorgte mir neue Felgen, baute den Motor aus, um Teile wie die Ansaugbrücke, die Lichtmaschine und Ventildeckel weiß pulverbeschichten zu lassen. Zusätzlich gab es einen weißen Rennstreifen über das Auto und Tür- sowie Sitzverkleidungen in weißem Kunstleder, mein Opa half mir.“ Doch dann merkte er nach einigen Tuningtreffen, dass er mit diesem Look kaum eine Blumentopf gewinnen wird. Christian musste eine Entscheidung fällen: Schluss mit Tuning oder professioneller Komplettumbau zum Showcar?

 

„Original kann doch jeder“

 

Wie er sich entschied, brauchen wir an dieser Stelle wohl nicht zu erwähnen. Nach kurzem „Brainstorming“ im Herbst 2012 fing man mit dem Umbau an. Dabei stand das Thema „Cappuccino-Golf“ samt Farbwahl noch nicht fest. Dennoch wurde das Auto komplett zerlegt, Bleche im Motorraum eingeschweißt, der Kofferraumdeckel angepasst und die Verkabelung geändert, da die Batterie zukünftig im Kofferraum sitzen sollte. Erst dann dachte Christian über die Lackierung nach: „Erst wollte ich das „Black and White“-Thema an meinem Projekt, dann aber fand ich es zu gewöhnlich und Alex von der Lackiererei zeigte mir die Farbkarten. Damit ist die Entscheidung auf das Braun bzw. Beige gefallen.“ Als Christians Schmuckstück dann wieder in der heimische Garage stand, begann man mit dem Motor-Umbau: Wer jetzt allerdings an einen Turbo oder sonstige leistungssteigernde Maßnahmen denkt, der liegt falsch. Christian hat den „Einsachter“ erst einmal „nur“ überholt und ihn farblich an das Cappuccino-Thema angepasst. Der Motorraum wurde gecleant, Teile des Motors und des Getriebes lackierte man in Braun und Beige, der Ventildeckel und die Lichtmaschine wurden pulverbeschichtet, Kühlwasserschläuche, Zündkabel, Zündverteiler sowie der  Bremsflüssigkeits-Behälter bekamen die Echtleder-Kur – natürlich passend zum restlichen Look, wie es sich für ein echtes Showcar gehört.  Dabei bleibt die Leistung bei gemütlichen 98 PS. Ein G60-Umbau ist aber für die Zukunft fest geplant, verrät uns Christian. Die Scheibenbremsen der Hinterachse kommen zumindest schon mal vom Golf 2 G60. Auch wenn die Kaffeezeit ganz im Zeichen der Ruhe steht: Auspuff-Sound muss sein! Darum kümmert sich der Edelstahl Gruppe A-Auspuff mit 67 mm Durchmesser von Ta-Technix – nichts für „Grüne“, denn damit der 2H-Motor noch mehr klingt,  hat Christian sogar auf Mitteltopf und Kat verzichtet. Wenn wir aber ehrlich sind, gehört ein kompromissloser Klang beim Oben-ohne-Golf einfach dazu – oder kann es etwas schöneres geben, als in der Nachmittagssonne auf einer Landstraße sich dem (Motoren-)Sound der 90er zu widmen?! Dabei findet man sich in edler Atmosphäre wieder: Mario Wöhrer von Street Diamond - The Kustom label hat sich zum Lack das passende Innenraumdesign ausgedacht und neben dem kompletten Interieur samt Armaturen auch die originalen Sitze mit schönem Echtleder in Braun bzw. Beige bezogen. Die Sitzflächen, die beigen Leder-Fußmatten und Teile der Türverkleidungen wurden zudem mit Nähten abgesteppt – das wirkt sehr edel. Außerdem bekam dieser Golf ein 28 cm-Sportlenkrad mit brauner Kuhhaut und beigen Nähten, auch der Überrollbügel wurde beledert. Diverse Teile wie Türleisten, Scheibenwischergestänge und Türgriffe bekamen mittels Wassertransferdruck den Gold-/Karbonlook angeeignet. Neben dem ansonsten so klassischen Look, gibt es ein paar Teile im Innenraum, die daran erinnern, in welcher Zeit wir doch (leider) leben: So hält mit dem DigiFiz (Digitales FahrerInformationsZentrum) des Golfs 2 (damals optional), praktisch einem Tachometer mit Flüssigkristallbildschirm, sowie der zwei Druckanzeigen für das Airride etwas Moderne Einzug. Auch das Incar-Entertainment ist auf Höhe der Zeit: Das Car Navigation Entertainment-System S60 steuert 2 Mac Audio-Endstufen mit insgesamt  1.900 Watt, sechs 15 cm Alpine-Lautsprecher und einen 30 cm Pioneer Subwoofer in einer Einbaukiste im Kofferraum an.

 

Never ending story

 

Im Jahr 2013 wollte Christian das erste Mal sein „neues“ Auto auf Treffen präsentieren: „Ich merkte schnell, dass die BBS RS-Felgen, die noch vom vorherigen Thema drauf waren, nicht wirklich zum Gesamtkonzept passten. Also wurden die Felgen umgebaut...“, erzählt Christian. Als die neuen Fegen drauf waren, erreichte der Golf auf vielen Treffen Top-Platzierungen. Das spornte ihn an, den Wagen noch weiter zu verfeinern. Es folgte der Kauf der Felgen, die ihr jetzt auf den Bildern sehen könnt. Dabei handelt es sich um braun und beige lackierte Fiat Stilo-Felgen in 17 Zoll mit 165/35 R17-Bereifung und 30 mm Spurverbreiterung vorne sowie 40 mm hinten. Zusätzlich verbaute Christian ein TA-Technix Luftfahrwerk mit gekürzten Stoßdämpfern, was eine Tieferlegung von sage und schreibe rund 150 mm erlaubt. Dazu musste der Fächerkrümmer der Auspuffanlage gekürzt werden.  Für Christian gibt es immer etwas zu tun: „Nur wer Tuner kennt, weiß, dass solche Projekt eine „never ending story“ sind.“ Deshalb hat er auch schon weitere Ideen, die er realisieren möchte. Zum Beispiel den bereits angesprochenen Motor-Umbau auf ein G60-Triebwerk, das Ersetzen des restlichen Teppichs durch Leder und eine zum Design passende Persenning schweben dem Tuning-Fan vor. Inzwischen hat Christian schon um die zehn Pokale mit seinem Cappuccino-Golf gewonnen – Tendenz steigend. Wir finden, das Braun und Beige passt perfekt zum Charme des Golf 1. In Kombination mit dem Thema „Cappuccino“ ein genauso außergewöhnliches, wie tolles Projekt – auch außerhalb der Kaffeezeit!

 

www.vw-speed.de

 


ADAC Kart Masters: Tobias Dauenhauer holt sich den Titel

Tagessieg beim Finale  – ADAC-Förderpilot macht die Saison perfekt

 

Der Mörlenbacher Kartprofi Tobias Dauenhauer hat das geschafft, wovon viele Nachwuchs-Motorsportler träumen. Beim Abschlussrennen der ADAC Kart Masters im bayerischen Wackersdorf am vergangenen Wochenende gelang es dem Hessen sich gegen 42 Fahrer in der teilnehmerstärksten Klasse, den X30 Senioren, durchzusetzen und mit dem Tagessieg die Meisterschaft für sich zu entscheiden.

 

Dabei lief zu Beginn der Saison nicht alles perfekt: Setup-Probleme am Chassis machten dem 17-Jährigen zu schaffen. Erst das Halbzeitrennen in Oschersleben Ende Juni brach das Eis. Endlich hatte man die richtige Einstellung gefunden – Ergebnis damals: Tagessieg und erstmals die Führung in der Meisterschaft. Dauenhauer erinnert sich: „Nachdem ich nicht optimal in die Saison gestartet war, konnte ich ab Oschersleben so richtig Gas geben. Der Fehler war gefunden und ich konnte meinen Rückstand wieder gut machen.  Auch das letzte Rennen in Kerpen lief gut für mich. Jetzt heißt es heute für mich: Nerven behalten und das Ding nach Hause fahren!“

 

Gesagt, getan. Bereits in den Heats (Qualifikationsläufen) schien alles in die richtige Richtung zu laufen. Resultierend aus den vorherigen Zeittrainings, startete Dauenhauer von Position drei in das erste Sprintrennen. Hier konnte er nach mehreren Positionswechseln bis zum Schwenk der Zielflagge Position eins für sich behaupten. Im zweiten Heat startete er ebenfalls von Rang drei, konnte aber nach Erlöschen der roten Ampel unmittelbar auf Rang  zwei vorfahren und Boden auf den Führenden gut machen. Ein Angriff im letzten Renndrittel war allerdings nicht mehr drin, denn die Rückholfeder des Vergasers schien gerissen zu sein. Dadurch hing das Kart auch im Bremsbereich weiter am Gas, was es Dauenhauer erschwerte, am Führenden dran zu bleiben. Er wurde zweiter.

 

Mit Rang zwei nach der Heat-Wertung (Startposition für das Halbfinalrennen) waren die ersten Weichen für den Erfolg gestellt. Im Halbfinalrennen kam der Intrepid-Pilot gut vom Start weg, musste aber den Führenden im Startgetümmel ziehen lassen. Mit fünf Kontrahenten im Nacken fuhr Dauenhauer Kampflinie und verteidigte erfolgreich Platz zwei.

 

Somit startete er auch im Finalrennen von der zweiten Startposition. Trotz schlechterer Seite gewann er knapp den Start und übernahm die Führung des Feldes. Hinter ihm ging es derweil heiß her: Wie an einer Perlenkette aufgereiht übten über 10 Kontrahenten permanent Druck auf Dauenhauer aus. Er hielt Stand und schaffte es, sich gegen Mitte des 18-ründigen Rennes freizufahren. Mit über 1,5 Sekunden siegte er im Finale – und holte sich im Photo-Finish den hart umkämpften Meistertitel 2015 in der X30 Senioren.

 

„Toll ist natürlich, wenn man als Meister auch noch das letzte Rennen der Saison gewonnen hat und Erster in der Tageswertung wird – einfach nur perfekt! Klar gab es zu Beginn dieser Saison noch ein paar Probleme. Diese konnten wir aber noch rechtzeitig aus der Welt schaffen. Jetzt ist mein Glück perfekt, mit Streichergebnis liege ich 24 Zähler vor meinem direkten Verfolger. Mein Team trägt einen großen Anteil daran, dass es dieses Jahr so gut lief. Der Support seitens AK Racing mit Peter Wendel und Stefan Mack war hervorragend, der Motor war richtig toll. Auch Dominik Mayer hat seinem Namen alle Ehre gemacht, denn er hat stets das Beste aus unserem Material herausgeholt. Ich bin überglücklich!“, strahlt Tobias Dauenhauer nach der Siegerehrung.

 

Auch Vater Günther Dauenhauer zeigt sich mächtig stolz: „Das ist natürlich ein toller Moment. Die ganze Arbeit der vergangenen Monate hat sich gelohnt. Tobias hat tolle Arbeit geleistet, er war immer fokussiert auf das Wesentliche und ist mit Köpfchen gefahren. Nachdem wir in den letzten Jahren oft Pech gehabt haben, haben wir uns diesen längst überfälligen Titel wirklich verdient.“

 

Trotz Meistertitel gibt Dauenhauer weiter Gas. So startet er in den nächsten Wochen nicht nur beim Kart Cup in Oschersleben oder dem ADAC Kart Bundesendlauf in Bopfingen. Auch bei der IAME X30 Weltmeisterschaft in Le Mans wird sich Dauenhauer erneut mit der nationalen sowie internationalen Konkurrenz messen. Auf die Nachfrage, ob nächstes Jahr ein Einstieg in den Automobilsport geplant sei, bekam unsere Redaktion bisweilen keine Antwort. Man darf also gespannt sein, wohin die Reise für das Nachwuchstalent gehen wird.  

 

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Moderation 90er Wochenende für Radio sunshine live 

Fotos: Radio sunshine live - www.sunshine-live.de

 


Die Ingenieure von morgen

veröffentlicht in der "TUNING" Ausgabe 5/2015

Wir waren zu Gast beim Karlsruher Formula Student-Team „KA-RaceIng“ und haben die Studenten einen Tag lang bei Ihrer Arbeit begleitet. Ein Blick hinter die Kulissen eines ebenso spannenden wie professionellen Hochschulprojektes.

 

Es ist 13 Uhr am Mittag. Die Sonne hat mit rund 30 Grad ihren Höhepunkt erreicht. Dennoch bleibt am Campus Ost des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) keine Zeit für eine Abkühlung. In zwei Garagen mit der Aufschrift „KA-RaceIng“ geht es hektisch zu. Rund 20 junge Leute stehen dicht gedrängt um zwei Fahrzeuge, die aussehen wie Formel 1-Boliden. Direkt neben einem der beiden Fahrzeuge steht jemand, der seinen Laptop an das eine Fahrzeug anschließt. Gespannt betrachten mehrere Leute den Bildschirm des Notebooks. Hinter dem einen Fahrzeug kniet ein junger Mann, der am Motor scheinbar letzte Veränderungen vornimmt. „So dürfte es nun besser sein!“, verständigt er sich mit seinem Kollegen am Computer. Dominik Flößer hat soeben die Drosselklappe kalibriert. Er ist einer von rund 80 Studenten der Hochschulgruppe „KA-RaceIng“ des KIT, die Jahr für Jahr eigenverantwortlich zwei einzigartige Rennwagen entwickeln, fertigen und testen, um bei internationalen Wettbewerben der „Formula Student“ anzutreten. Dominik studiert Maschinenbau, Vertiefungsrichtung Fahrzeugtechnik mit Schwerpunkt Verbrennungsmotoren und Energietechnik im 3. Mastersemester. Seit August 2014 ist er Teil des Teams, das in verschiedene Subteams unterteilt ist. So hat jeder Einzelne eine bestimmte Aufgabe rund um das Fahrzeug. Der 24-Jährige beispielsweise arbeitet im Team Motor/Prüfstand des benzingetriebenen KIT15c:„Ich bin hauptsächlich am Motorenprüfstand tätig. Dazu gehört der Motorenaufbau an sich, der Prüfstandsaufbau und die Wartung, die Applikation des Steuergerätes am Prüfstand und später auch am fertigen Fahrzeug.“ Die Leidenschaft für Autos und Motorräder hat ihn dazu gebracht genau jenen Studiengang zu studieren: „Ich habe mich schon als kleines Kind für alle möglichen Fahrzeuge und der dazugehörigen Technik interessiert. Dann war ich nach dem Abitur am Studieninformationstag der KIT, wo mir das Maschinenbau-Studium vorgestellt wurde. Schnell wusste ich, dass ich genau das studieren möchte! Mit Maschinenbau kann man so einiges machen, meine Zukunft sehe ich aber – wie viele hier – in der Automobilindustrie.“

 

Rennsport auf höchstem Niveau

 

„Ka-RaceIng“ begann 2006 als ein Projekt von rund 15 Studierenden, die technisches Fachwissen und gemeinsames Interesse am Motorsport dafür nutzen wollten, einen Rennwagen für die Formula Student zu bauen. Seitdem ist das Projekt eine anerkannte Hochschulgruppe und seit 2007 sogar als gemeinnütziger Verein eingetragen. Bereits 2010 entwickelte das Team als eines der Ersten weltweit , neben dem Verbrenner-Fahrzeug, zusätzlich noch ein Elektrofahrzeug. Bei beiden Boliden handelt es sich um komplette Eigenentwicklungen. Der diesjährige Verbrenner, KIT15c genannt, schöpft aus einem Zweizylinder-Reihenmotor samt Turbo von einem Fiat 500 68 kW, umgerechnet rund 92 PS – und das auf ein Gewicht von nur rund 200 Kilogramm. Die elektrisch angetriebene Variante, KIT15e, besitzt vier Elektromotoren an jedem Rad, deren Leistung insgesamt per Reglement auf 80 kW begrenzt ist. „Ohnehin geht es hinsichtlich der Rennen nicht um die Endgeschwindigkeit, sondern um die Beschleunigung“, erklärt Dominik. Das Besondere bei der Entwicklung der beiden Fahrzeuge ist die komplette Eigenentwicklung in Zusammenarbeit mit Industriepartnern wie AMG oder Tesla. Durch ein ultraleichtes Kohlefaser-Chassis, welches ebenfalls von den Studenten selbst konstruiert und gebaut wird,  erhalten die Rennwagen ihr geringes Gewicht. Bei der Konzeptentwicklung achten die Studierenden besonders auf die Berücksichtigung neuer Ideen oder Innovativen Lösungen, um die Performance jedes Jahr aufs Neue steigern zu können. Ein Beispiel beim Elektromodell wäre das sogenannte Torque-Vectoring-System, das es erlaubt, die Leistung der jeweiligen Elektromotoren an jedem Rad der Fahrweise und dem Untergrund anzupassen. Dadurch sind höhere Kurvengeschwindigkeiten als beim Verbrenner-Modell möglich. „Es wird Entwicklung und Rennsport auf höchstem Niveau betrieben.  Die Formula Student steht der Formel 1 in fast nichts nach“, erklärt uns Dominik. Finanziert wird die Arbeit des Teams übrigens ausschließlich durch Sponsoring und Spenden. Insbesondere die anfallenden Kosten für Werkzeuge und Material könnten ohne die Hilfe von Sponsoren nicht gedeckt werden. So helfen regionale, aber auch international bekannte Firmen wie AMG beim Motorenbau des Verbrenners oder Tesla bei der Entwicklung des Elektromodells.

 

 

International erfolgreich

 

Ziel der Hochschulgruppe „KA RaceIng“ ist es, angehenden Ingenieuren es zu ermöglichen, das theoretische Wissen schon während des Studiums in ein Team einzubringen und praktisch umsetzen zu können. Im Laufe dieser Arbeit werden nicht nur im Studium erlernte Fähigkeiten angewandt und vertieft, sondern auch wichtige Soft-Skills wie u. a. Teamgeist vermittelt. Ein Konzept, das aufgeht: Viele Podiumsplätze wie etwa Platz zwei in der Gesamtwertung der Formula Student in Spanien, Platz drei in der Weltrangliste oder die erstmalige Teilnahme in China sind nur einige der Erfolge, die bisher auf das Konto der Studenten gehen. Somit dürfen sich die Karlsruher zu den internationalen Topteams zählen. Auch in diesem Jahr wird es wieder spannend, denn neben dem wichtigsten Wettbewerb der Saison, dem Heimrennen auf dem Hockenheimring Ende Juli, werden sie sich auch international in Barcelona (Spanien) und Györ (Ungarn) mit anderen Studenten-Teams der Welt messen. Dominik und seine Kollegen haben dabei immer ein Ziel vor Augen: „Jeder bei uns ist motorsportbegeistert, was alle hier zu Höchstleistungen antreibt. Wir möchten bei allen Events erfolgreich sein und im besten Falle natürlich gewinnen!“ Das erste Rennen der Saison fand bereits vom 9. bis 12. Juli in Silverstone statt – leider lagen uns bis Redaktionsschluss noch keine Ergebnisse vor. Unter www.formulastudent.com können die Ergebnisse eingesehen werden.  

 

 


ADAC Kart Masters: Dauenhauer holt sich Tagessieg in Oschersleben

ADAC-Förderpilot holt sich Meisterschafts-führung in der X30 Senioren

 

Am vergangenen Wochenende startete in der etropolis Motorsportarena die dritte Veranstaltung der ADAC Kart Masters. Die Kartrennstrecke in Oschersleben gehört nicht nur zu einer der schnellsten Strecken im Rennkalender, sondern ist zugleich auch die nördlichste Station der Saison. So war der 1.018 Meter lange Hochgeschwindigkeitskurs Schauplatz zahlreicher Duelle inklusive Rangverschiebungen in der Meisterschaft. Natürlich durfte Tobias Dauenhauer  als „alter Hase“ der Kart Masters auch beim Halbzeitrennen nicht fehlen. Dieses Mal sollte es besser in Oschersleben laufen, nachdem er dort im letzten Jahr durch den Fehler eines anderen Piloten auf Rang sechs in der Meisterschaft zurückfiel. Wie in der vorherigen Saison war er auch diesmal als Drittplatzierter nach Sachsen-Anhalt  gereist – ein böses Omen?

 

 

Obwohl Dauenhauer Zweitschnellster im Zeittraining war und sich somit für die Gruppe „B“ der Heats qualifizierte, liefen der erste Qualifikationslauf alles andere als rund. Der Motor wollte bei der Ausfahrt aus dem Parc Fermé nicht anspringen, wodurch der AK Racing-Pilot seine Pole Position zunächst an den Nagel hängen musste – ärgerlich. „Was dann folgte war das reinste Gefühlschaos“, erzählte Dauenhauer. Denn während Mechaniker Dominik Mayer in diesen Minuten alle Hände voll zu tun hatte, war das Feld bereits auf der Strecke. Zum Glück gelang es Mayer aber in kürzester Zeit den Motor erneut zum Laufen zu bringen, sodass Dauenhauer doch noch am Heat teilnehmen konnte. Nachdem man gedacht hatte, dass man dem Feld nun nachfahren müssen, kam erneut wieder alles anders: Durch einen Unfall in der ersten Runde wurde der Heat abgebrochen und neu gestartet. Dadurch durfte der Mörlenbacher Kartprofi seine eigentliche Pole beim Restart wieder einnehmen. Nach der Freude folgte aber wieder die Ernüchterung: Auch beim Restart verweigerte der Motor seinen Dienst und Dauenhauer blieb wieder stehen. Diesmal hatte der 17-Jährige kein Glück, dem Feld musste er nun doch von hinten nachfahren. Was der ADAC-Förderpilot dann ablieferte, war sensationell. Von Rang 28 gelange es ihm innerhalb der 13 Runden 22 Piloten trotz harter Zweikämpfe zu überholen und als Sechster durchs Ziel zu fahren.

 

Der zweite Heat stellte sich nicht so chaotisch dar, wie der erste. Dauenhauer startete von Rang zwei in den letzten Qualifikationslauf und konnte sich gleich zu Beginn mit dem Führenden vom Verfolgerfeld lösen. Dauenhauer pushte und versuchte mehrmals die Führung zu übernehmen. Nach mehrmals geblockten Überholversuchen kamen sich beide Kontrahenten dann etwas zu nah, was eine Kollision zur Folge hatte. Dauenhauers Kart war kurz lenkunfähig und kam auf den Rasen. Diese Chance nutzten zwei Verfolger und verwiesen Dauenhauer auf Rang vier.

 

Nach chaotischen Qualifikationsläufen folgten erfolgreiche Rennen. Durch die Heats hatte sich der Hesse für die fünfte Startposition im Halbfinallauf qualifiziert. Diese konnte er problemlos in der ersten Runde in Position drei ummünzen. Kurz darauf fiel der Führende aus, was für Dauenhauer den Silber-Rang bedeutete. Dann erneut ein Zwischenfall: Durch einen heftigen Unfall musste das Rennen, wie bereits in den Heats, abgebrochen und einige Zeit darauf neu gestartet werden. Dauenhauer nutzte die Gunst der Stunde und konnte sich diesmal mithilfe des Restarts in Führung katapultieren. Er siegte mit 0,66 Sekunden Vorsprung.

 

Folglich stand Dauenhauer im Finale ganz vorne. Die Pole Position konnte er nach Erlöschen der roten Ampeln sofort in die Führung umsetzen. Diesmal ging es wesentlich enger zur Sache, denn hinter Dauenhauer hatte sich ein Pulk mit elf eng beieinanderliegenden Piloten gebildet, die ordentlich Druck machten. Zeitweise fiel Dauenhauer auf drei zurück, konnte sich aber bis zur Zieleinfahrt die zweite Position zurückholen.

 

„Wir waren sehr zufrieden mit dem Wochenende. Auch wenn die Qualifikationsläufe etwas chaotisch waren, haben wir uns mit hervorragenden Rennläufen den Tagessieg und somit die Meisterschaftsführung geschnappt. Mit dem neuen Intrepid-Material kommen wir nun sehr gut zurecht, wir sind langsam in der Lage die Performance des Materials richtig auszunutzen!“, freut sich Dauenhauer nach der Siegerehrung. Und weiter: „Vielen Dank an AK Racing für die Unterstützung und natürlich auch Dominik Mayer, der mit beherztem Schraubereinsatz  das Kart in den Heats wieder flott bekommen hat.“

 

Nächstes Wochenende startet Dauenhauer beim Kart Cup im Rahmen der WAKC, der nächste ADAC Kart Masters-Lauf findet am zweiten Augustwochenende in Kerpen statt.

 

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Moderation der Rotax Max Challenge in Wackersdorf am 10. Mai 2015



 

Mehr Bilder gibt es in der Bildergalerie!

 


Abarthiges Biest

Süß war gestern. Der Niederländer Joerie Houthuijsen hat an seinem ohnehin schon knackigen Abarth 500 noch einmal Hand angelegt. Ergebnis: Rund 200 PS auf nur 3,60 Meter Länge. Ring frei für Hollands schärfsten Kampf-Zwerg!

 

Joerie Houthuijsen liebt den Retro-Look: „Der 500 Abarth zauberte mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht. Er ist klein, schnell und liebt Kurven – so muss das sein!“

Die mit Tradition behafteten und auf Rennerfolge abonnierten Kreationen von Carlo Abarth, dem Vater des „Skorpions“, waren schon immer ernst zu nehmende Gegner wenn es um Bestzeiten auf engen Rennstrecken ging. Das war damals so, und das ist heute nicht viel anders. Die Neuauflage des legendären Fiat 500 Abarth hat vielleicht seit der Wiederbelebung im Jahr 2007 etwas an Retro eingebüßt, an Schnelligkeit und Spaß hingegen wohl kaum. Heute zieht er mit sehr viel Charme und Eleganz auf die Überholspur und wirkt erwachsener denn je. Auch 50 Jahre nach dem Debüt des ersten 500 erinnert er stark an die damaligen Skorpion-Kisten, die bei Renn- und Bergstrecken so manchen großen Sportler hinter sich ließen – Ja, der Kleine ist auch etwas für Männer.

 

Erster 500 mit 200PS?

 

Vor allem Joeries Biest ist nichts für Zartbesaitete. Es besitzt das nachträglich eingebaute Sport-Paket „Esseesse“ (Super Sport), das u.a. mit den sehr filigranen Felgen daherkommt. Diese wurden nachträglich rot lackiert. Auch die Seitenspiegel bekamen das knackige Renn-Rot verpasst – diese Farbe erinnert stark an die alten Abarths, die oftmals auf den Seitentüren rote Streifen mit Markenclaims trugen – eine Hommage an vergangene Tage. Unauffällig aber edel sind die lackierten A-,B- und C-Säulen außen, das Gehäuse, der Spiegel sowie das Dach und der serienmäßige Heckspoiler, die jetzt in glänzendem Schwarz daherkommen. Auch die Bremsen erfuhren (farbliche) Veränderung. Jetzt leisten fette, zweiteilige Bremsen von Vmaxx mit geschlitzten 330er Scheiben vorne und geschlitzte 264er von Tarox hinten samt rennstreckenerprobter „Circuit Line“-Bremsbeläge von Ferodo ihren Dienst. „Die Bremsen sind besonders leicht, da sie teilweise aus Karbon bestehen und ultraleichte Aluminiumnaben vorne besitzen – das macht den Wagen noch leichtfüßiger in den Kurven.“

Gerade was die Leistung betrifft, trumpft Joeries Abarth richtig auf: Rund 200 PS und über 300 Nm holt er mithilfe des neuen IHI RHF3-P-Turboladers und G-Tech-Vergasers aus dem Vierzylinder. Inzwischen hat Joerie sogar eine neue Nockenwelle einbauen lassen – Jetzt darf er auf den nächsten Leistungsprüfstand gespannt sein, denn es könnte der erste 500er Abarth mit über 200 PS werden.

 

Gib mir die Kugel!

 

Joerie ist schwer zufrieden zu stellen: „Was das Werk kann, kann ich besser!“, dachte er sich, als der Abarth dann endlich vor seiner Tür stand. So hat der Italiener nicht nur leistungstechnisch sondern auch klangtechnisch zugelegt. Das liegt zuweilen an der Auspuffanlage von G-Tech mit 200 Zellen-Sportkat, die sich fast unmerklich in das Heck schmiegt. Damit lässt er locker Konkurrenz wie Cooper S & Co. links liegen. Und etwas für Imbissfreunde hat der Abarth übrigens auch: So kann man seine Pommes gemütlich am Heck auf der kleinen Frittentheke von MS-Design verköstigen. Scusi, so herablassend sollte das jetzt natürlich nicht klingen, denn bei weit über 200 Sachen Spitze hat der kleine Flügel durchaus seine Daseinsberechtigung. Vor allem durch den längeren fünften Gang steigt die Endgeschwindigkeit etwas an. Im Anbetracht der gesteigerten Performance darf das verstellbare Gewindefahrwerk von Intrax RSA samt einstellbarer Dämpfern natürlich ebenfalls nicht fehlen. Insgesamt wird so eine Tieferlegung von sage und schreibe 60 Millimetern erreicht, was eine wesentlich sportlichere Straßenlage zur Folge hat. Die untere, hintere Domstrebe von DNA Racing und die Achsen sowie Achsschenkel vom selben Hersteller unterstützen dabei in Sachen Steifigkeit. Besonderes Schmankerl: Sportshifter mit verkürzten Schaltwegen – da stellt sich nur noch eine Frage: Wo ist die Rennstrecke?

 

Retro in Neuauflage

 

Auch der selbst designte Innenraum lässt das Herz höher schlagen: Der Accountmanager und  Artdirector hat sich den Look selbst ausgedacht und seinen Sportsitzen reichlich Leder, rote Nähte und Charme in Form von Tricolor-Strips im italienischen Kolorit  gegönnt – das „Abarth“ durfte dabei natürlich nicht fehlen und wurde in den Sitz gestickt. Farblich angepasste und neu geformte Rücksitze in Leder/Alcantara-Kombination erfreuen auch die Mitfahrer im Fond, wenn auch die Beinfreiheit etwas zu wünschen übrig lässt – aber darum geht es hier ja wohl auch nicht.

Wie ihr merkt, könnte man stundenlang von Jories Auto erzählen. Man erinnert sich nur mal zurück an vergangene Tage: Wer seinen 500er frisieren konnte, der tat dies mit größter Freude und konnte den anderen somit einen Schritt voraus sein – so war das damals und so ist das heute auch noch. Der Mythos Abarth lebt weiter!

 

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Dauenhauer meistert Auftaktrennen des WAKC mit Bravour 

Trotz Grippe und Wetterkapriolen erster Erfolg mit Platz zwei in diesem Jahr

 

Kalt, regnerisch und windig war es – das Auftaktrennen des Westdeutschen ADAC Kart Cups  stand zunächst bei Ankunft in Kerpen unter keinem besonders gutem Stern: Das Wetter präsentierte sich auf dem Erftlandring von seiner ungemütlichen Seite und auch mit der Grippe hatte der 17-Jährige zu kämpfen. Nichtsdestotrotz ging der ADAC- Förderpilot an den Start und gab sein Bestes.

 

Von insgesamt 151 Startern war die Klasse der X30 Senioren sehr gut besetzt. Gegen 30 Kontrahenten musste sich der Kartprofi in zwei Rennen zu Wehr setzten. Den Grundstein für seinen Erfolg konnte er im Qualifying allerdings noch nicht legen: „Ich konnte leider nur die letzten Minuten des Zeittrainings nutzen. Was das Setup betraf haben wir sehr viel herumexperimentiert und mussten mit technischen Probleme zurecht kommen“, gab der Intrepid-Pilot zu. Dennoch hat es mit Platz 13 für eine Startposition im vorderen Mittelfeld gereicht.

 

Dass von hier aus ein Angriff auf das Podium möglich war, bewies Dauenhauer eindrucksvoll im ersten Lauf des Tages: Er profitierte von einem nahezu perfekten Start im Regen und konnte sich unmittelbar fünf Plätze auf Rang sechs verbessern. Bis zum Schluss gelang es ihm diese Position zu verteidigen, was mit 13 Punkte für die Gesamtwertung belohnt wurde. Ein gutes Ergebnis – dennoch gab es für den ADAC Hesssen/Thüringen-Pilot Grund zur Beanstandung: „Ich kam im Regen sehr gut zurecht, allerdings hatte ich das Gefühl, dass meine Konkurrenten etwas besser aus der Kurve herausbeschleunigen konnten, ich denke es wäre sogar eine noch bessere Platzierung drin gewesen.“ Im Anbetracht dieser Aussage versuchte Dominik Mayer sofort eine Lösung zu finden und wechselte vorsorglich den Motor für das zweite Rennen.

 

Das Problem schien behoben zu sein, denn Dauenhauer zeigte sich im zweiten Rennen wie befreit: Wieder kam er auf nasser Strecke gut vom Fleck und münzte seine Ausgangsposition direkt in P5 um. Auch im weiteren Verlauf schien es Dauenhauer besser zu ergehen, bis zum Schwenk der Zielflagge hatte er sich bis auf Platz zwei vorgekämpft und konnte weitere 18 Punkte auf seinem Konto verbuchen.

 

„In der Gesamtwertung liegen wir nach diesen ersten beiden Rennen auf Platz zwei. Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf des Wochenendes, denn Tobias trat grippegeschwächt an und hatte mit dem Kart im Regen kein leichtes Spiel. Alles in allem war das unter diesen Umständen ein sehr guter Beginn.“, erklärt Vater Günther Dauenhauer.

 

Schon am kommenden Mittwoch geht es weiter, denn dann wird Tobias Dauenhauer ins italienische Casteletto reisen, um an der FIA Kart Europameisterschaft der X30 teilzunehmen – bis dahin darf er sich noch weiter auskurieren.

 

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Mit Zuversicht in die neue Saison

Tobias Dauenhauer bleibt vorerst im Kartsport // Einsatz nur für den ADAC Hessen-Thüringen

 

Ein paar aufregende Monate liegen hinter und vor Kartprofi Tobias Dauenhauer. Ob medizinische Tests in Stuttgart, Trainingscamp des ADAC in Bad Plankenburg, die Ehrung erfolgreicher ADAC-Sportler in Fulda oder als Experte für Fragen zum Kart-/ und Motorsport auf der internationalen Kartmesse in Offenbach – Dauenhauer arbeitet unermüdlich an seiner Motorsportkarriere. Schon jetzt ist er für die neue Saison bestens gewappnet und fühlt sich „fit wie ein Turnschuh“, so seine Worte.

 

Ein Einsatz im Automobilrennsport war für das Jahr 2015 geplant, diverse Angebote lagen dem Mörlenbacher vor. Nun ist es amtlich: „Ich bleibe vorerst noch im Kartsport. Bei Verhandlungen konnte man sich leider in der Kürze der Zeit nicht auf ein passendes Gesamtpaket für den Einsatz im Autorennsport einigen“, begründetet der 17-Jährige seine Entscheidung. Dafür wird er diese Saison als Werksfahrer des italienischen Chassis-Hersteller Intrepid zum Einsatz kommen. Dafür bereitet sich Dauenhauer schon jetzt auf erneute Renneinsätze bei den ADAC Kart Masters, der Europameisterschaft im italienischen Casteletto und der Weltmeisterschaft im französischen Le Mans vor. Sporadische Einsätze beim neu geschaffenen ADAC Kart Cup und renommierten Serien wie der GTC und der Vega Trophy sind darüber hinaus ebenfalls geplant. Für den ADAC kommt die Entscheidung von Tobias über den Verbleib im Kartsport wie gerufen, da der Förderpilot des ADAC Hessen-Thüringen einer der erfolgversprechendsten Kandidaten ist. Mit Erfolgen wie dem sechsten Platz bei den ADAC Kart Masters trotz Pechsträhne im letzten Jahr, dem Vizetitel bei den Junioren-Langstreckenmeisterschaften der GTC und dem Titel bei der German Vega Trophy braucht sich der X30 Senioren-Pilot nicht vor der Konkurrenz zu verstecken. Er bekam zudem die Möglichkeit, nächstes Jahr im Bereich der Schaltkarts Fuß zu fassen, allerdings zieht hat der Automobilrennsport oberste Priorität: „Auch Schaltkart fahren wäre in den nächsten Jahren eine Option für mich, allerdings wäre mein oberster Wunsch der Formel- sowie Tourenwagensport. Wir führen einige Gespräche mit namhaften Sportwagenherstellern.“

 

Für den März sind Tests geplant, der erste wichtige Einsatz findet Anfang April statt. Dann wird der ADAC-Förderpilot bei der Europameisterschaft im italienischen Casteletto starten und versuchen seinem Name alle Ehre zu machen: „Wir blicken sehr zuversichtlich auf das neue Jahr. Die EM ist das Beste, um zu sehen, wie wettbewerbsfähig man auf internationaler Ebene ist.“ Um weiterhin erfolgreich zu sein, kann Dauenhauer wieder auf seinen Mechaniker Dominik Mayer zurückgreifen, der letzte Saison mit hervorragender Arbeit glänzte. Von Teamseite her scheint alles klar zu sein, allerdings wird nicht, wie im letzten Jahr, für das Team Hemkemeyer gestartet, sondern in diesem Jahr einzig und allein für den ADAC Hessen-Thüringen: „Im Hinblick auf die zukünftigen Pläne haben wir uns entschlossen, einen anderen Weg zu gehen. Ich möchte ich mich trotzdem nochmals  beim Team Hemkemeyer für die gute Zusammenarbeit im letzten Jahr bedanken. Ich schaue nach vorne und freue mich schon sehr auf eine erfolgreiche Saison 2015!“

 

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UnzerTTrennlich

Dieser TT von 99 ist Wolfis ganzer Stolz. Nach über acht Jahren und etlichen Umbauten hat der Steinsdorfer aus dem Ingolstädter eine richtige Rakete mit 330 PS gemacht – eine Beziehung mit Höhen und Tiefen...

 

Ja, mit den Autos ist es manchmal wie mit den Frauen. Sie wollen gehegt und gepflegt werden, und wenn dann mal doch etwas nicht passt, dann „streiken“ sie. Eine ähnliche  Erfahrung musste Wolfi Meier mit seinem heiß geliebten Projekt machen: Wie jedes Jahr wollte er mit seiner Crew von Lownatics auch in diesem wieder an den Wörthersee fahren. Um dafür gewappnet zu sein, legte er sein Schmuckstück in den Winterschlaf und verbaute in diesem Zuge die Leistungssteigerung (Turbolader + Einspritzdüsen etc.), um dem Traum vom perfekten TT ein Stück näher zu kommen: „Stillstand bedeutet Rückschritt, deshalb bin ich immer am Perfektionieren. Nach dem Winter konnte ich es kaum abwarten, meinen neuen alten TT aus dem Schlaf zu holen!“ Doch dann der Schock: Nach kurzer Probefahrt nahm der Motor schlechter Gas an und ging aus. Diagnose: Nockenwellenfresser. Es blieben nur noch drei Tage Zeit bis zur Abfahrt zum  Wörthersee – jetzt hieß es „never give up“. Nach Rücksprache mit seinen Freunden bestellte er bei Audi neue Teile und verbaute sie in 16 Stunden mühsamer Arbeit – und das ohne Hebebühne in der heimischen Garage. Doch noch immer streikte nach dem kompletten Zusammenbau das Öldruckregelventil. „Es war wie ein Fluch“, erinnert sich Wolfi. Selbst am Abfahrtstag war Wolfi noch am Schuften. Er baute das neue Ventil ein und die Fahrt konnte endlich in Richtung See starten – dachte er...Nach 50km die nächste Ernüchterung: Die neu verchromte Lichtmaschine hat den Geist aufgegeben. Wieder einmal musste Hand angelegt werden, doch Wolfi kam schnell an ein Ersatzteil und konnte aufgrund des cleanen Motors binnen weniger Minuten den Fehler ausmerzen. Der Trip konnte wieder weitergehen und so kam Wolfi abends doch noch pünktlich am See an. Eine von vielen Geschichten, die der Steinsdorfer gerne erzählt.“


CleanesTT mit Kultcharakter

 

Schon als der erste Serien-TT 1998 ausgeliefert wurde, war klar: Dieser Wagen hat Kult-Charakter. Sportliches Design und Handling, top Verarbeitung und dann auch noch Fahrleistungen, die man bis dato sonst nur von einem Porsche Boxster kannte. Das Tolle aber am TT waren die wesentlich günstigeren Preise. Selbst eingeschworene Audi-Gegner fingen an, mit dem Ingolstädter Sportler zu sympathisieren. Unter dem Blech findet man jene Plattform, die auch Skoda Octavia, VW Golf und Audi A3 zu jener Zeit als Chassis diente. Auch Achsen, Getriebe und Motor sind aus dem großen Baukasten des VW-Konzerns in verschärfter Variante zum Einsatz gekommen. Damals waren es nicht nur die Fahrleistungen, die man mit dem Newcomer verband, sondern auch das manchmal etwas unvorhersehbare Handling, das gerade auch bei den ersten Quattro-Modellen des Öfteren zu unerwartetem Übersteuern und in einigen Fällen zu einem tragischen Ende führte.

Für Wolfi war das aber kein Problem. Sein TT ist jenes Modell ohne Quattro – negativ überrascht wurde er deshalb noch nie. Überraschend ist aber das Design des Kult-Ingolstädters, denn ein cleaneren TT hat man bis dato noch nicht gesehen. Dezente Veränderungen prägen das Aussehen: Frontstoßstange mit eingearbeiteter US-Blende inklusive gecleanter Kennzeichenmulde, S-Line-Grill, US-Scheinwerfer und Heckleuchten, lackierter Tankdeckel und ein „unsichtbarer“ Auspuff. Kein Schnickschnack lenkt von der wunderschönen rubinschwarzen Silhouette ab – übrigens eine Farbe aus dem BMW-Regal. Einzig die Eta Beta Turbo-Felgen in 18 Zoll springen einen sofort an und erinnern wieder an den direkten Konkurrenten Porsche Boxster, der damals vor allem in der „S“-Variante mit optisch gleichen Felgen daherkam. Aber wen interessiert hier ein Boxster? Außen mindestens genauso schön und leistungstechnisch klar überlegen. Denn Wolfi hat dem 1,8er Turbo mit ehemaligen 180 PS mächtig Leben eingehaucht: Komplett gecleant und Chrom ohne Ende bei neuem Garrett GT28 71R-Turbolader, Benzin-Hochleistungspumpe von Bosch mit 420er Einspritzdüsen, selbstgebautes Kühlsystem und Zündung vom 2,0 Audi-TFSI holen aus dem Vierzylinder bei aktueller Abstimmung unglaubliche 330 PS. Und nur weil der Auspuff unsichtbar ist, heißt das noch lange nicht, dass man ihn nicht hört. Denn die 3-Zoll Downpipe samt 100 Zellen-Kat und Magnaflow-Endtopf beweisen eindrucksvoll, dass geiler Sound keine Frage von dicken Auspuffendrohren ist: „Der unsichtbare Auspuff rührt von der Vorliebe zur cleanen Optik. Entweder es ist ein Quattro, der serienmäßig  schon zwei Rohre hat, oder es ist eben keiner.“ Das überarbeitete GAS-Airride mit Air Brick Performance-System und AccuAir E-Level-Steuerung macht seinen Job sehr gut – hier macht das Lownatics-Crewmitglied seinem Namen alle Ehre. Außerdem, was wäre denn ein Sportwagen ohne gescheite Bremsen? Die gelochten R32-Bremsen mit 334er Scheiben und 6-Kolben-Bremssätteln aus dem Porsche Cayenne vorne und die Serienbremse mit Zimmermannscheiben hinten, stoppen ohne Makel.

 

Wahre Schönheit kommt von Innen

 

Anhalten dürfte man auch in Anbetracht des Innenraums: Der Blick hinein offenbart eine Fahrgastzelle, die man sonst nur aus geschönten Verkaufskatalogen kennen dürfte. Alles ist in weißes Leder mit roten Nähten gehüllt und sieht so fantastisch edel aus, dass man fast schon Angst hat, etwas dreckig zu machen. Seien es die Sportsitze samt Rücksitzbank, das Lenkrad oder alle sichtbaren Innenraumteile – alles wurde feinsäuberlich in Perfektion mit Kuhhaut überzogen. Dabei fällt nicht mal auf, dass die Anzeigen für den Ladedruck und die Abgastemperatur nachträglich in die original Blenden eingearbeitet wurde, so gut ist der Umbau gelungen. Auch das neue, vorne und hinten verbaute 2-Wege-Soundsystem aus der Rockford Fostagte „Power“-Serie trägt zum „Habenwollen-Reflex“ des Edel-Sportlers bei. Zwei „Power“-Verstärker sowie der 25er Subwoofer des amerikanischen Audio-Unternehmens sorgen für den nötigen „Bumms“. Auch wenn während der Arbeiten um das Auto nicht alles rund lief – Höhen und Tiefen gibt es ja bekanntlich in den besten Beziehungen. Nach allen was  Wolfi mit seinem TT erlebt hat, weiß er: „Hier geht es um mein Traumauto, ein weiteres Projekt wird es nicht geben“.

 

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Einser Schüler

Autor: Joshua Hildebrand - publiziert in der TUNING 1/2015 - Special zur Essen Motor Show

Freude am Fahren – und das mit einem Diesel? Anton Harnie aus dem belgischen Vilvoorde nennt ein 1er Coupé mit Diesel-Twinturbo und über 250 PS sein Eigen. Dieser schiebt nicht nur wie ein V8-Benziner, sondern ist noch sparsam dazu – besser geht es nicht, oder?!


Man denke einmal an die Ära der früheren Turbo-Diesel zurück, die einst mit Laufkulturen eines Traktors zu posttraumatischen Erlebnissen führten. So herrscht in der Allgemeinheit noch häufig die Meinung, dass Dieselaggregate mit Sportlichkeit und Fahrfreude rein gar nichts zu tun haben und eher zur Gattung der „Arbeitstiere“ gehören. Zu Gute halten konnte man den Selbstzündern allerdings,  dass sie noch immer ihre Bahnen zogen, während Otto-Normal- oder Super-Fahrer dagegen schon wieder zum Zapfhahn greifen mussten.

Und dennoch: Es gibt ihn, den goldenen Mittelweg. Den BMW 123d. Dieses Modell beweist, dass sich Verbrennungsarten bei gleichen Rahmenbedingungen nichts mehr nehmen und erst recht nichts schenken. Zwei Liter Hubraum, Turboaufladung und gut 200 PS gelten noch immer in der Kompaktklasse als Maß für Sportlichkeit. Das 1er Coupé von Anton hat sogar zwei Turbos: Einen für die unteren und einen für die oberen Drehzahlen, seitens BMW auch „TwinTurbo“ genannt. Turbo-Löcher sind somit ebenfalls passé - mithilfe der Softwareoptimierung leistet der Diesel-Vierzylinder von Anton mit 255 PS sogar 51 mehr als die Serie. Was Audi S3, Opel Astra OPC oder Golf 6 GTI 35 drauf haben, schüttelt Antons Münchener also genauso aus dem Ärmel. Das klingt erst mal nach Revolution. Doch leider fehlt es seinem aufgeputschten 123d konstruktionsbedingt, dieseltypisch, etwas an akustischem Charisma – trotz Bastuck-Auspuffanlage in Original-Optik reicht es nur für brummiges Gurgeln – das kann GTI & CO. mit seinem sonoren Röhren im mittleren Drehzahlbereich besser. Nichtsdestotrotz liegen die Stärken auf der Hand: Leistung bei geringem Verbrauch und einem Aussehen, als wäre unser „Shootingobjekt“ kurz vor Fototermin noch in der Muckibude gewesen. Es thront an der Front die Schürze im Look des 1er M, die Kenner nur durch die eingefassten Nebelscheinwerferleuchten als „Nachbau“ erkennen würden. Diverse Karbon-Applikationen aus dem BMW-eigenen Performance-Regal wie etwa die Hecklippe auf dem Kofferraumdeckel, die Spiegelkappen und der Heckdiffusor unterstreichen das aggressive Auftreten – kein Mensch würde dabei an einen Diesel denken.

 

Nächstes Auto? Wieder ein BMW!

 

Ein Diesel, okay. Aber von wegen Arbeitstier oder Alltagsgefährt. Für Anton ist es ein reines Spaßfahrzeug: „Das Auto fährt sich unglaublich und macht sehr viel Spaß! Mir würde auf Anhieb nichts einfallen, was das Handling verbessern könnte.“ Von der Optik findet der 35-Jährige aber immer noch etwas: „Wenn Geld keine Rolle spielen würde, dann würde ich mehr Karbonteile für mein Schätzchen kaufen.“ Apropos Geld: Um die 15.000 Euro hat der Belgier in sein Schmuckstück gesteckt. Sein 1er in „Space Grey“ war komplett neu als er ihn bekam. So wachste er den Lack gleich nach Auslieferung, um ihn von Beginn an bestmöglich zu pflegen. Anton weiß sogar jetzt schon, dass er danach wieder einen BMW haben möchte. Auch keines seiner vorherigen Projekte wie Ford Puma, Fiesta ST, VW Polo 1 und VW Käfer von 1961 haben den Techniker für biomedizinische Anlagen so begeistert, wie es der 1er tut. Begeisterung auch bei den Felgen: „Ich liebe meine Felgen. Denn dreiteilig müssen sie sein – und vor allem keine Replicas!“, so Anton. Jetzt strahlen hochglanzpolierte Kerscher KCS in 18 Zoll auf dem 1er um die Wette.

 

Sportwagenfeeling trotz Diesel

 

Besonders stolz ist Anton auf sein Airride, welches mit dem Variante 2-Gewindefahrwerk von KW und dem Know-How von KEANsuspensions zu einer echten Millimeterarbeit wurde. Zumindest im Stand ist eine so extreme Tieferlegung möglich,  dass man kaum mehr ein Blatt Papier zwischen Karosserie und Boden stecken kann – Wahnsinn! Dafür sorgen zwei Viair Kompressoren und drei Lufttanks dafür,  dass ein beachtlicher Teil des Rades hinter den Kotflügeln verschwindet, wenn man die Einstellung bis zum Letzten ausreizt. Die Technik für das Airride findet indes im Kofferraum Platz, ein Felgenteil der Kerscher umfasst das System zu Showzwecken. Hinter den dreiteiligen Felgen steckt übrigens ein weiteres Highlight: Eine 6-Kolben-Bremsanlage von BMW Performance mit 338er schlitz-gelochten Scheiben vorne und eine 2-Kolben-Variante des 135i mit 324er Scheiben hinten, ebenfalls gelocht und geschlitzt. Dabei handelt es sich um original Zubehör, welches von Brembo extra für die BMW Performance-Line gefertigt wird. Das erspart im Vergleich zur Serienbremse nicht nur mehrere Kilogramm,  sondern  sorgt zudem für ein höheres Maß an Kontrolle, auch bei Regen. Die Bremseinsätze bei solchen Witterungsbedingungen dürften aber eher selten sein, denn Antons 1er ist ein reines „Schönwetterfahrzeug“ und wird ausschließlich im Trockenen bewegt.

Im Innenraum herrscht nüchterne, aber edle Sportlichkeit à la BMW. Original Schalensitze in Alcantara von BMW Performance bilden die perfekte Arbeitsumgebung für das Popometer – so lässt es sich herrlich sportlich fahren. Vor dem Schaltknauf informieren analoge Instrumente über den Status des Airride-Systems. Falls  man mal wieder nicht aufhören kann Gas zu geben, dient als Versicherung eine Radarerkennung von Coyote. Wenn man trotzdem mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist, dann hatte bestimmt der (hammermäßige) Sound aus dem serienmäßigen Harman Kardon-Soundsystem daran Schuld – hier gibt es nichts zu meckern!

 

Rund 10.000 Kilometer fährt Anton mit seinem Sportcoupé jedes Jahr. Dabei haben ihn Szene-Treffen seit er 18 Jahre alt ist immer wieder inspiriert. So wie vielen anderen ist ihm das „Normale“ zu langweilig. BMW und Coupé – das waren die Voraussetzungen für sein neues Projekt. Ein 1er Coupé ist es geworden – ein 1er Diesel mit richtig viel „Bumms“ und geldbeutelfreundlichem Spritverbrauch. Und doch hat Anton auch was für Benziner übrig: So ist sein Alltagsauto ein VW UP mit etwas weniger PS: Ich wollte ein kleines, kostengünstiges, deutsches Auto, welches neu ist und wenig verbraucht. Dazu ist es noch Trendy!“ Für den Alltag schön und gut, doch Anton weiß: Sein nächstes Auto wird wieder ein BMW!

 

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GREYHOUND

Autor: Joshua Hildebrand - publiziert in der TUNING, Ausgabe 1/2015

GT3-Optik und jede Menge Leistung machen den 5er GTI des Belgiers Vincent de Wevers zum richtigen Vorzeigesportler – Der Wagen giert förmlich nach Auslauf!

 

Greyhound: Eine anerkannte Windhund-Rasse aus Großbritannien, deren Wortursprung aus dem altenglischen bzw. keltischen vermutet wird und übersetzt soviel wie „schneller Jagdhund“ bedeutet. Auf den ersten Blick erscheint ein Vergleich zwischen einem Hund und einem Auto etwas paradox, dabei haben diese mehr gemeinsam, als man zunächst denken mag. Denn genauso wie ein Windhund fühlt sich auch Vincents 5er GTI auf Rennstrecken wie zuhause. Der Fokus beider Sportler liegt einzig und allein in ihrem Naturell begründet – und zwar rennen bis der Arzt kommt! Dabei hat Vincents Wagen Anleihen von Supersportlern wie etwa Porsche 911 GT3 und Audi R8. Das, und seine 275 PS machen ihn wahrlich zum Athleten.

 

 

Auslauf dringend benötigt

 

Dabei zeichnet den Wagen das besonders klare Design aus. Mit Komponenten in Porsche GT3-Optik zeigt er richtig „Zähne“. Breitere, langegezogene Kotflügel und ein bearbeitetes Chassis für die extra tiefe Straßenlage sind die marginalsten Veränderungen an der Karosserie. Außerdem wurde der Frontgrill geschliffen, neu lackiert und durch einen Frontgrill in Karbon getauscht. Anbauteile wie Seitenschweller und Frontlippe wurden schwarz eingefärbt, um den Kontrast gegenüber dem serienmäßigen Lackkleid in „United Grey Metallic“ noch zu erhöhen.

Ein Windhund schafft es für seine Größe auf beachtliche 80 Stundenkilometer. Vincents Projekt schafft zwar wesentlich mehr, bekam aber auch eine Leistungskur: Einst generierte der altbewährte EA113 Vierzylinder-Motor 200 PS aus dem 2.0 TFSI – jetzt sind es mit Softwareoptimierung und Miltek-Auspuffanlage in Original-Optik zusätzlich 75 PS, die an der Vorderachse zerren. Darüber hinaus „knurrt“ der Gryhound-GTI jetzt weitaus aggressiver – ein Windhund hätte klar das Nachsehen. Die mächtig wirkenden Räder hat sich der Belgier beim Porsche 911 GT3 (996) abgeschaut. Es handelt sich hierbei um Replicas, die sich mit Falken-Sportreifen in 215/35/R19 zufrieden geben – das wäre bei den Originalen anderes.  Dazu verbaute der 28-Jährige die Bremsanlage samt vom Audi R8 mit unglaublichen acht Kolben und 365er Scheiben vorne sowie vier Kolben und 350er hinten. Das gibt dem Wolfsburger zusätzlich ein extrem sportliches Design, welches sich perfekt in das akzentuierte Äußere einschmiegt. Unterstrichen wird das durch die etwas weiter ausgestellten Kotflügel und der satten Tieferlegung von 140mm mithilfe eines H&R „ultralow“-Gewindefahrwerks von AH exklusive parts. Das sieht nicht nur gut aus, sondern ist auch ziemlich alltagstauglich, findet Vincent: „Das Auto fühlt sich gar nicht tiefergelegt an. Man vergisst schnell die geringe Bodenfreiheit – hier muss ich jetzt etwas mehr aufpassen...“

 

Begeisterung für Ausgefallenes

                                                                                                                                                                     Besonders wichtig: Die Xenon-Scheinwerfer – denn, wenn wir mal ehrlich sind, sieht der GTI mit konventionellen Halogen-Scheinwerfern einfach zu gewöhnlich aus. Vincent öffnete das Gehäuse und lackierte das Innenleben schwarz. Zusammen mit den dunkleren Rückleuchten vom Edition 30 (Sondermodell zum 30 jährigen Bestehen des GTI) sieht der Golf jetzt nicht nur grimmiger und aus, sondern erinnert zugleich an das GTI Cup-Modell des damaligen Polo 9N. Selbst die VW-Embleme wurden durch mattgraue ersetzt und der Heckscheibenwischer zugunsten der klaren Linienführung entfernt.

Der Schreiner aus Westerlo (Beligen) hat offensichtlich Erfahrung. So hatte er schon einige Fahrzeuge: Neben seinem ersten Auto, einem Audi TT MK1, hatte der VAG-Fan schon immer eine Affinität zu deutschen Fabrikaten. So hatte er einen Golf GTI MK2 16V mit Porsche-Bremsen und etabeta Turbo-Felgen sowie einen gemütlichen Diesel-A6 für den Alltag. Irgendwann wurde das Ganze ihm zu langsam, weshalb er seinen MK2 verkaufte und etwas Schnelleres wollte: „Des Öfteren sah ich coole, tiefergelegte Wägen mit riesigen Bremsen – ich wusste, dass ich so etwas so schnell wie möglich haben wollte!“, lacht Vincent. Seine Inspirationen holte er sich bei zwei Kumpels, die mit ihren 6er Golfs auf „dicken“ Felgen von BBS bzw. Lamborghini unterwegs waren. Auch wenn Vincents Traumfelgen eigentlich schon immer die OZ Ultraleggeras waren, gab es ein Problem: „Eine Zeit lang montierte sich jeder diese Felgen, weshalb sie mir zu Mainstream wurden. Spätestens als ich die Schalensitze eingebaut hatte, war klar, welche Räder ich nehmen werde“. Denn auch im Innenraum hat Vincent seine klare Linie gefunden. Mit Karbon-Schalensitzen vom Porsche 911 GT3 (996), roten 4-Punkt-Sportgurten von OMP und dem sonderangefertigten Überrollkäfig von Maq Racing (natürlich in rot lackiert) wurde der „Greyhound“-GTI noch mehr zum wahren Kurvenräuber. „Vor allem die Bremsen fühlen sich unglaublich an. Man hat das Gefühl es zerreißt einem das Gesicht, wenn man nur das Pedal berührt“. Auch schwärmt er gerne von der Straßenlage: „Es ist unglaublich wie komfortabel das Gewindefahrwerk ist, während du unglaublich tief fahren kannst! Meine Familie schüttelt immer den Kopf, wenn ich Bekanntschaft mit der Straße mache...“, erklärt er uns. Ein Navigationssystem mit Straßenempfehlungen für tiefergelegte Fahrzeuge – das wäre mal was. Das kann Vincents RNS510-Navi vom Golf VI nämlich nicht...

 

 

Schön, edel & flink

 

Windhunde sind Jagdhunde – schön, edel und flink. Im Vergleich dazu hat Vincents Schmuckstück ebenfalls genau diese Attribute. Schön, weil sich die optischen Veränderungen optimal ergänzen. Edel, weil die Qualität des Umbaus den Golf zu einem ganz Besonderen seiner Art macht und flink, weil die 275 PS derart an der Vorderachse zerren, dass es „eine Freude ist, reihenweise Hondas zu versägen“. Nichtsdestotrotz wird sein Schmuckstück, in das er rund 12.000 € investierte, vermutlich bald den Besitzer wechseln. Denn Vincent denkt über einen „schnellen Audi“ in Form eines RS4 B5 nach und möchte damit den nächsten Schritt wagen. Man darf also gespannt sein, was aus dem belgischen Westerlo noch kommen wird...

 

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Moderation des DMV Silberpokals 2014

Hunsrückring, 19.10.2014

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ÜBERFLIEGER

Autor: Joshua Hildebrand - publiziert in der VW SPEED, Ausgabe 6/14


„Franky“, alias Frank Scheja aus Schacht-Audorf, findet Retro besonders cool. Mit seinem 89er Corrado in Zuffenhausen-Optik liegt er nicht nur in der Style-Wertung ganz weit oben, sondern wird mit 260 PS zum wahren Überflieger


Es ist windig, eine steife Prise weht um die Nase. „Franky“, so wird er von Freunden genannt, befindet sich in rund 100 Metern Höhe: Er ist Servicetechniker für Windenergieanlagen und mag den „Kick“, das Außergewöhnliche. 100 Meter tiefer, nur wenige Zentimeter über dem Asphalt ist es für den verheirateten Schleswig-Holsteiner aber kein bisschen unspektakulärer. Die steife Prise scheint dieselbe zu sein wie oben, wenn er mit heruntergekurbeltem Fenster seinen 260PS fröhnt.

Franky ist stolzer Besitzer eines 89er Corrados. Schon seit er 22 ist besitzt er diesen Wagen. Inzwischen ist aus dem damaligen VW-typischen „bordeaux rot“ ein Porsche-Braun geworden und selbst die noch so kleinste Schraube wurde bearbeitet. Die Spritzdüsen für das Scheibenwischwasser, die Zierleisten, der Heckscheibenwischer und die VW-Zeichen wurden entfernt. Zudem wurden die Kotflügel durch jene vom VR6 getauscht – die Seitenblinker sind seitdem Geschichte. Geholfen haben ihm dabei seine Kollegen, die ihm mit Schweißarbeiten unter die Arme griffen.

„Aussehen ist das Wichtigste, denn das ist das Erste, was man sieht. Dadurch bekommt man Anerkennung“, findet Franky. Dabei ist er auf die Karbon-Elemente besonders stolz, die er allesamt in Eigenregie bearbeitet und verbaut hat. So hat er zum Beispiel die Türgriffe vom Passat 35i ohne Schloss genommen und sie anschließend mit edlem Karbon laminiert. Aber nicht nur dieses Teil hat die Kohlefaser-Kur bekommen: Heckspoiler, Frontspoiler und –lippe, sowie Teile des Spiegels und sogar die Schanierverkleidung der Heckklappe wurden veredelt. Nicht zu vergessen: Der Einarm-Frontscheibenwischer Marke Eigenbau. Durch die breiteren VR6-Kotflügel musste man die G60-Stoßstange mit großem Lufteinlass, die Scheinwerfer-Reinigungsanlage und die Seitenbegrenzungsleuchten anpassen. Die Randläufe wurden rundum leicht geweitet und ein seltener emblemloser Mattig-Kühlergrill im alten G60-Design und Porsche-Logo fanden an der Front des Corrado Verwendung. Apropos selten: Gerade die Leuchten sind besonders rar, denn die originale US-Ausführung samt orangefarbenen Blinkern ist nicht mehr so einfach zu bekommen.

 

Zeitlos schön

 

Eine ganz eigene Note hat hingegen auch der Innenraum erhalten.  Die damals verbaute Stoff-Innenausstattung hat Franky gegen eine originale aus schwarzem Leder getauscht – das wirkt sehr edel und zeitlos. Beim Lenkrad griff er zu Altbewährtem: Das Sportlenkrad aus seinem ersten Auto, einem Opel Vectra A. Der eingravierte Name, der Eigenbau des Porsche-Hupenknopfes mit Metall-Emblem und Karbon lassen das inzwischen kultige 30 mm Momo-Lenkrad in neuem Glanz erstrahlen – eine Hommage an früher.

Daneben: Voltmeter und Ladedruckanzeige. Das war damals wie heute ein Muss für waschechte G60-Fahrer. Einfach unverzichtbar, denn Serie waren diese Instrumente nicht. Interessante Lösungen waren damals die Folge, bei denen die Laderanzeigen teilweise in die OEM-Instrumente miteingearbeitet wurden – eine ziemliche Fummelei. Eine Fummelei war dabei übrigens auch der Umbau der Mittelkonsole: Denn durch das Doppel-Din-Radio Panasonic Moniceiver CQ-VX100N musste der Getränkehalter dran glauben und die Heizungsregler nach oben gesetzt werden. Der Sound der Axton-Lautsprecher entschädigen dabei aber für die Arbeit, wenn man vor dem pulverbeschichteten Überrollkäfig von Wiechers sitzt und sich genüsslich eine DVD ansieht. Kleinigkeiten wie polierte Edelstahlschrauben zur Befestigung, US-Kniepolster für Beifahrer sowie diverse Teile wie Handschuhfach-Deckel und Türgriffe in Karbon laminiert vermitteln das Gefühl, gar nicht in einem über 20 Jahre alten Auto zu sitzen. Okay, mal ehrlich: Das jugendlich anmutende „Stickerbomb“ an der Schiebedachverkleidung oder die ulkigen Accessoires in Form von Porsche-Einkaufsmarken im Kleingeldhalter und dem Duftbaum aus Karbon lockern die ansonsten so nüchterne Atomsphäre ein wenig auf.

 

Spaß ohne G-Punkt

 

Für den Spaßfaktor sorgt ein modifizierter 1,8 Liter Motor (AGU) mit rund 260 PS. Ursprünglich hatte der Corrado einen G60-Motor mit 160 PS. Bei diesem Modell waren es vor allem die Lader, die schnell Probleme machten und sehr empfindlich waren. Grund genug, mit einem Kollegen einen neuen Motor einzupflanzen. Der AGU-Motor, der inzwischen schwarz matt pulverbeschichtet worden ist und über eine polierte Ansaugbrücke verfügt, bot sich zur Leistungssteigerung an. Stabile Pleuel, Kolben und große Einlasskanälen ebneten den Weg zur Leistungskur. Des Weiteren verbaute er eine Drosselklappe vom 20V-Sauger (ausgeweitet) mit nach unten laufendem Gaszug.  Ein größerer Benzindruckregler und Turbolader ermöglichten zudem die Leistungskur. Der seltene, große Wasserkühler vom Golf 2 G60 ohne Klima mit Spal-Kühlerlüfter und einem großen Ladeluftkühler vom selben Modell sorgen für die nötige Kühlung des Aggregats.

Frankys Corrado hat auch einen Heckspoiler aus Karbon. Ähnlich wie bei Audi TT & Co. fährt dieser auch aus – durch die US-Steuerung bereits bei ca. 80 anstatt 120 Sachen. Wenn es dann dennoch mal zu schnell sein sollte, hat die Audi S3-Bremse vorne mit gelochten 312 mm-Zimmermann-Scheiben alles bestens im Griff. Hinten fährt der Corrado die Serienbremse mit VR6-Bremsscheiben. 

Und was wäre eigentlich ein Corrado-Porsche ohne gescheites Fahrwerk? Nichts. Deshalb ist ein modifiziertes Weitec-Gewindefahrwerk für mehr Tiefgang und Restfederweg verbaut. Modifiziert deshalb, weil andere Vorspannfedern verwendet wurden. Damit lässt sich der Wagen um ca. 100 mm bis 120 mm tieferlegen.

Etabeta Turbo-Felgen in 8x17 ET49 vorne sowie 9x17 ET58 sehen richtig gut auf dem Retro-High-Tech-Corrado aus. Ob poliert, hochglanzverdichtet oder pulverbeschichtet –mehr Veredelung geht nicht. Hankook Ventus S1 Evo-Bereifung in 195/40/R17 vorne und 215/35/R17 hinten lassen den Wolfsburger sprichwörtlich auf der Straße kleben, die breitere Spur kommt dabei übrigens nicht von ungefähr: 15 mm-Spurplatten von H&R vorne sowie 40 mm hinten haben nicht nur optisch einen enormen Effekt. Dazu unterstreicht Franky sein Faible für Porsche mit originalen Alu-Nabendeckeln samt farbigem Metall-Emblem. Seltene, kurze Porsche-Ventilkappen und Radmuttern setzen dem Ganzen die Krone auf.


Vollendung in Perfektion

 

Eine Menge Arbeit und Geld, die Franky in seinen Porscheschreck gesteckt hat. Dafür wird er bei jedem „Gasstoß“ nicht nur soundtechnisch entschädigt – wer braucht da schon ein Radio? Der Audi S3-Krümmer samt umgebauter S3-Downpipe mit dem  100-Zellen Rennkat und der Auspuffanlage von Jetex/Fortex sorgen für den guten Ton. Das Getriebe vom 16V- Corrado wurde dabei ebenfalls ein wenig verändert. So erhielt es einen langen fünften Gang aus dem Golf 3 TDI sowie die Gema Schaltwegeverkürzung, und eine verstärkte Sachs-Kupplung für mehr „Spritzigkeit“, die mit 260 PS ohnehin nicht schlecht gewesen sein dürfte.

Bei diesen vielen technischen Veränderungen heißt es erst einmal: Luft holen! Franky kennt wirklich jede noch so kleine Schraube an seinem Wagen. Seit gut 11 Jahren hält diese Beziehung schon an. Die Attribute Aussehen, Leistung und Fahrwerk, die Franky am wichtigsten sind, erfüllt sein Schätzchen sowieso. Auf die Frage, welches Auto denn sein Traum wäre, weiß er sofort eine Antwort: „Ein Porsche 964 Carrera 2!“ Dagegen dürfte ein Familienauto wohl von höherer Priorität sein, denn Franky und seine Frau sind vor wenigen Monaten Eltern geworden. Herzlichen Glückwunsch!


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German Vega Trophy: Dauenhauer erneut Meister

Zwei Siege in Wackersdorf machen den Titel des ADAC-Förderpiloten perfekt

 

Wackersdorf. Der Mörlenbacher Kartprofi hat seinen Titel bei der überregionalen Kartrennserie  German Vega Trophy in der Klasse X30 Senioren verteidigt. Während die Entscheidung bei den ADAC Kart Masters noch aussteht, konnte Dauenhauer bereits beim krönenden Abschluss der Vega Trophy im oberpfälzischen Prokart-Raceland das zweite Jahr in Folge die Meisterschaft gewinnen.

 

Der Intrepid-Pilot fühlt sich auf der rund 1275 Meter langen und zugleich modernsten Kartstrecke Deutschlands sichtlich wohl. Typisch für die Oberpfalz waren wieder einmal gemischte Witterungsbedingungen, die nicht unerheblich für Dauenhauers Doppelsieg waren. So hatte der Team Hemkemeyer-Pilot in der unbeständigen Trainingsphase am Freitag und Samstag wieder mit alt bekannten Problemen zu kämpfen, die verregneten Rennläufe kamen dagegen wie gerufen.

 

„Zündaussetzer sorgten für Leistungsverlust. Zwar war das Wetter am Samstag dann trocken, leistungstechnisch war im Training eine Mitfahrt an der Spitze aber nicht ganz möglich. Vor allem auf langen Geraden war der Motor oben heraus wie gedrosselt“, berichtete Dauenhauer während der Trainingsphase.

 

Im Qualifikationslauf war die Strecke nass, aber allmählich am abtrocknen. Dementsprechend war die Strecke noch schmierig, was das Ganze nicht erleichterte. Lange lag Dauenhauer hinten, bis er gegen Ende der Qualifikation freie Fahrt bekam und doch noch vor auf den sechsten Platz fuhr – dabei trennten ihn zum Schnellsten nur 0,3 Sekunden.

 

Für die beiden Rennläufe tauschte man die gesamte Elektrik von Daunehauers Kart aus, um die Probleme, wie sie zuvor aufgetreten waren, zu beheben. Resultierend aus dem Qualifying startete Dauenhauer in der dritten Startreihe von der sechsten Startposition ins Rennen. Dieses stellte sich äußerst nass dar, starker Regen dominierte das Bild. Unter ausgeschriebenem „Wet-Race“ und Regenreifen zeigte das Intrepid-Chassis gewohnt viel Grip unter solchen Bedingungen, was einen hervorragenden Start begünstigte. Unmittelbar nach wenigen Metern in der „Haarnadel“ befand er sich schon auf dem vierten Rang und schaffte es darauffolgend auch Platz drei und vier der Konkurrenz streitig zu machen. Nun befand er sich hinter dem Führenden, den er nach langen Zweikämpfen in der achten Runde überholen und ihm schließlich wegfahren konnte.  Mit 2,7 Sekunden Vorsprung gewann der erfahrene Regenpilot somit das erste Rennen.

 

Bis zum Start des Finalrennens hatte der Starkregen nachgelassen, die Strecke war jedoch immer noch nass. Das hielt Dauenhauer wieder nicht davon ab, mit einem Glanzstart von der Pole Position erneut die Führung zu behaupten und seine Konkurrenz auf Distanz zu halten. Souverän wandelte er nach 15 Runden seine Pole Position in einen Start-Ziel Sieg um – und das mit über zehn Sekunden Vorsprung.

 

„Durch den Erfolg im ersten Rennen konnte ich die Weichen für meinen zweiten Sieg stellen. Der Starkregen ließ allmählich nach und hörte bis zum Start dann ganz auf. Ich hatte Glück, dass es noch nass war, denn ich wusste ja nicht wie sich mein Motor mit neuer Elektrik im Grenzbereich nun verhalten würde. Nichtsdestotrotz lief alles bestens für mich. Während eine Entscheidung bei den ADAC Kart Masters noch aussteht, habe ich bei der Vega Trophy mit meinem Meistertitel einen versöhnlichen Ausklang gefunden. Ich bin einfach nur happy!“, strahlte Dauenhauer nach der Siegerehrung.

 

In zwei Wochen wird Tobias Dauenhauer erneut ins oberpfälzische Wackersdorf reisen, um bei den ADAC Kart Masters nach fremdverschuldeten Ausfall noch auf das Podium zu fahren. Dauenhauer gibt sich aber zuversichtlich: „Ich werde locker drangehen und alles geben. Mein Teamchef Theo Hemkemeyer und Schrauber Dominik Mayer leisten tolle Arbeit. Auf beide konnte ich mich schon immer verlassen, wenn es um Unterstützung und die Abstimmungsarbeiten ging – den perfekten Background habe ich, deshalb bin ich bester Dinge“.

 

Nächstes Jahre dürfte es dann umso spannender werden, denn das ADAC-Fördertalent verzichtet mit seiner internationalen Kartlizenz auf die diesjährige Kart-Weltmeisterschaft in Frankreich, um erste Formel-Tests zu absolvieren. Eine Saison im Open-Wheeler-Cockpit steht für nächstes Jahr zur Debatte.  

 

www.tobias-dauenhauer.de

Daily Racer

Autor: Joshua Hildebrand  - publiziert in der TUNING, Ausgabe 6/2014


„Mainstream“ mag Marcus Preis aus Klagenfurt gar nicht. Stattdessen setzt er auf „french emotions“ und präsentiert uns mit seinem Citroen DS3 THP im Race-Trimm ein Spaßmobil der ganz besonderen Art.

 

Eines ist sicher: Wer bei der Autowahl auf unkonventionelle und kunterbunte Derivate steht, der ist schon von Haus aus bei Citroën gut bedient. Der Standard-DS3 kommt zwar auch als Massenprodukt daher, gaukelt aber gekonnt die Illusion vor, etwas wirklich Außergewöhnliches zu sein. Dazu gehören das „ultrapersonalisierbare“ Aussehen mit einigen Farben, die sich schon von Haus aus ordern lassen, bis hin zu farblich veränderbaren Zündschlüsseldekors und der Färbung der Schaltknaufknöpfe. Das kann die Konkurrenz im Land des Eifelturms und auch über die Grenzen hinaus nicht besser. Marketing- und Markenexperten sind davon überzeugt, dass dies die Zukunft des Autobaus sein wird: Je mehr Möglichkeiten dem Kunden geboten werden, sein Auto zu personalisieren, desto besser ist das. So kann jeder seinen ganz eigenen Stil präsentieren – der fahrbare Untersatz wird so zu einem Spiegelbild des eigenen Ichs. Okay, genug philosophiert: Auch Marcus Preis gehört zu denjenigen, die nicht gern mit der Masse schwimmen. Nach Golf 1 und Golf 1 Cabriolet musste etwas Außergewöhnlicheres her. Mit dem DS3 hatte Marcus schon länger geliebäugelt, denn „...das Design kommt gut rüber und ist mal was anderes“, findet er.

 

Ultrapersonalisiert

 

Nachdem einige sehr bunte DS-Modelle auf den Straßen gesichtet wurden, bürgerte sich allmählich der Begriff „Konfettibomber“ ein. Marcus´ DS3 hingegen ist gar nicht bunt und hat mit dem gewöhnlichen Modell nur noch wenig zu tun – treffender wäre in diesem Fall wohl eher die Bezeichnung „Karbonbomber“. Mit Kohlefaser im Überfluss und 190 PS aus 1,6 Litern generiert der Vierzylinder mit 320 Newtonmetern mehr Drehmoment an die Kurbelwelle als der aktuelle GTI – eine echte Kampfansage aus Klagenfurt. Das war natürlich beim Kauf im Jahr 2011 noch nicht so. Software von eTunes sorgte zusammen mit dem Ladeluftkühler und dem Hard Pipe Kit für eine „kleine“ Leistungsspritze von 34 PS. Auch soundtechnisch hat der Franzose sein „bubihaftes“ Image abgelegt: Mit seinem 100 Zellen-Kat und dem Edelstahl-Auspuff ab Turbo ist der THP 150 jetzt eine richtige Krawallkiste geworden. Und sowieso gleicht Marcus´ Schmuckstück eher einem „Ringtool“ als einer Poserkiste, mit der man samstagabends gelegentlich über viel besetzte Marktplätze heizt – denn im Wagen des Österreichers steckt viel, was zu einer illustren Fahrt auf der Rennstrecke einlädt. Einzig für den Winter ist der Franzose nicht gedacht. Für diesen Fall hat Marcus aber noch einen Golf 3 in der Garage.  

 

Daily Driver mal anders interpretiert

 

Eigentlich möchte Marcus gar nicht auf der Rennstrecke glänzen. Vielmehr möchte er einen flotten „daily driver", der viel Spaß macht und mit dem man jeden Tag zur Arbeit fahren kann. Trotzdem wäre sein drittes Projekt auch auf der Strecke gut aufgehoben – dieser Sportsgeist kommt nicht von ungefähr: Vorne verrichtet eine Tarox 6-Kolben-Bremsanlage mit zweiteiligen 305er Scheiben ihren Dienst – nach „Kaffeefahrt“ sieht das auf jeden Fall nicht aus. Dazu sorgen Wiechers Domstreben für noch mehr Verwindungssteifigkeit. Auch die Beine des Franzosen haben ihre Gene aus dem Motorsport: Filigrane Sparco Asseto Gara in 7,5 x 18 ET25 und Toyos in 205/35 lassen den Citroën sehr leichtfüßig aussehen, mit Hilfe der 10 mm- Spurverbreiterung von H&R an der Hinterachse schließt das Rad jetzt schön bündig mit der Karosserie ab. Zusätzlich verleihen H&R-Federn dem ohnehin sportlich ausgelegten Fahrwerk des THP noch mehr Würze und senken den Schwerpunkt um 35mm ab, so zeigen es zumindest noch die Bilder. Noch, denn inzwischen mussten die Federn einem vollverstellbaren Gewindefahrwerk von BC Racing weichen. Dabei hat er das Gewinde komplett heruntergedreht, was eine maximale Tieferlegung von 80mm bedeutet.

 

Auch der Innenraum zeigt die ganz eigene Interpretation von Alltagstauglichkeit, dabei herrscht eher Rennstrecken-Feeling statt Gemütlichkeit: Schalensitze vom Peugeot 207 RC, der Wiechers Überrollkäfig mit Kreuzverstrebung und Sparco H-Gurten – eigentlich ein klares Statement. Da bekommt das Wort „alltäglich“ gleich mal eine andere Bedeutung. Ohnehin, was ist schon normal? Auch die Geschwindigkeitsanzeige ist für europäische Verhältnisse eher unkonventionell: Gefahren wird seit dem Einbau von DS3-Racing-Instrumenten in Meilen. „Ob in km/h oder mph – das ist reine Gewohnheit, meint Marcus“.

 

No Fucking Carbon Folie

 

Auch „Fakes“ mag der ledige Tuningfan gar nicht. Deshalb würde er nie Karbon-Folie verwenden, sondern immer zum teuren Original greifen. So ziemlich alles besteht irgendwie aus Kohlefaser. Nicht nur die Seitenleisten, Seitenschweller und Motorhaube wurden laminiert, auch Spiegelkappen, Spiegelfüße, Türgriffe, Front- und Heckscheibenwischer sowie das Innenleben des Scheinwerfers wurden durch Karbon ersetzt. Selbst vor Heckspoiler, Heckdiffusor und Kühlergrill machte Marcus nicht Halt. Durch den weißen Standardlack kommen die laminierten Anbauteile so sogar noch mehr zur Geltung. Am Heck prangt jetzt auch keine DS3-Bezeichnung mehr, was den Blick noch mehr auf den Karbondiffusor lenkt. Wie Ying und Yang ergänzen sich die weißen und schwarzen Karbon-Applikationen, das schwarze Dach und die DS3 Racing-Streifen an beiden Türen.

Das, was den DS3 so interessant macht, ist die Konsequenz, anders zu sein. Keine fette Anlage im Kofferraum, dafür OEM-Sound und Rennstreckengene. Das alte Navigationssystem „MyWay“ ersetzte Marcus kurzerhand durch das neue „eMyWay“ – das war es dann aber auch schon mit der ICE-Offenbarung. Alcantara-Stoffe versprühen wenigstens ein bisschen Bequemlichkeit und lenken von der sonst so harten Rennatmosphäre ab. Die Bezeichnung „Alltagsauto“ bekommt so eine ganz andere Bedeutung, auch wenn persönliches Empfinden nur subjektiv zu bewerten ist. Zumindest nach einer Mitfahrt weiß wirklich jeder, was mit „french emotions“  gemeint ist. Spätestens dann weiß man auch, dass Alltagstauglichkeit nicht immer mit Platzangebot und Komfort zu tun haben muss und Spaß mindestens genauso wichtig ist – eben ein echter „Daily Racer.“


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